Gesundheitsforschung wird gestärkt

Das Hamburg Center for Health Economics wurde gestern offiziell eröffnet

Hamburg. Aktuellen Gesprächsstoff gab es genug. Denn Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Pharmaunternehmen, wie etwa im Fall der Grippeimpfstoffe, sind eines der Themengebiete des Hamburg Centers for Health Economics, kurz HCHE. Gestern wurde Deutschlands größtes Zentrum für gesundheitsökonomische Forschung offiziell eröffnet.

Bereits seit 2010 hatten sich überwiegend Ökonomen der Fakultäten für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg und Mediziner des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zusammengefunden. Doch erst jetzt seien sie mit 50 Forschern komplett an Bord, sagt HCHE-Direktor Prof. Jonas Schreyögg. "Wir möchten zu den führenden gesundheitsökonomischen Zentren in Europa gehören."

Als die größte Herausforderung in der Gesundheitsversorgung sieht er dabei den technischen Fortschritt an, noch vor dem demografischen Wandel: "Wir müssen die Technologien herausfiltern, die vom Kosten-Nutzen-Faktor her angemessen sind", so Schreyögg. Die HCHE-Forschung beschäftigt sich jedoch auch mit den Wartezeiten auf Arzttermine oder dem Einfluss familiärer Strukturen auf den Faktor Rauchen.

"Die interdisziplinäre Beschäftigung mit Problemen des Gesundheitssystems vor dem Hintergrund der Kostensteigerung und Leistungsabsenkung im Gesundheitsbereich hat eine besondere gesellschaftliche Bedeutung", betonte Universitätspräsident Prof. Dieter Lenzen bei der Eröffnung. Für die Bewertung bestehender wie neu zu entwickelnder Angebote im Gesundheitswesen sei die Einbeziehung der Gesundheitsökonomie von zentraler Bedeutung, ergänzte UKE-Dekan Prof. Uwe Koch-Gromus

Dass das HCHE als eines von vier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Zentren über die Spielbank Hamburg am Stephansplatz gezogen ist, habe keine inhaltliche Verbindung, so Jonas Schreyögg: "Auch wenn die Spieltheorie in der Volkswirtschaftslehre zur Anwendung kommt."

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