Weniger Strahlentherapie bei Brustkrebs

Kürzere Behandlungszeit durch Bestrahlung der operierten Stelle von innen

Hamburg. Im Kampf gegen Brustkrebs kann jetzt die intraoperative Strahlentherapie regulär eingesetzt werden. Schon seit 2008 behandeln Ärzte des Mammazentrums Hamburg am Krankenhaus Jerusalem Patientinnen im Rahmen einer Studie mit dieser neuen Methode. Dabei wird sofort nach der Beseitigung des Tumors noch während der Operation eine erste Bestrahlung im Tumorbett durchgeführt - "von innen" also. Da mehr als 90 Prozent der Brustkrebs-Rückfälle im operierten Viertel der Brust auftreten, ist es sinnvoll, das Operationsgebiet zielgerichtet zu bestrahlen.

Das Ergebnis der Studie, an der auch mehr als 400 Hamburgerinnen teilgenommen haben, bringt eine große Erleichterung für Brustkrebspatientinnen, die bis jetzt nach der Operation sieben Wochen lang täglich bestrahlt werden mussten. Die Dauer der Nachbehandlung kann nach der intraoperativen Anfangsbestrahlung auf fünf Wochen verkürzt werden. Dr. Kay Friedrichs vom Mammazentrum denkt dabei sogar noch weiter: "Wenn die Ergebnisse in den nächsten Jahren konstant bleiben, könnten Patientinnen über 70 Jahre und mit kleinen Tumoren nur noch intraoperativ bestrahlt werden. Dann wäre nur noch eine 30-minütige Prozedur während der Operation nötig."

Das Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem lädt am 13.2. zum "Informationstag Brustkrebs Hamburg 2011" ein (Uni Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, Hörsaal A, 9.30 bis 13 Uhr). Die Teilnahme ist kostenlos.