Letzte Ruhe für die wohltätige Königin Editha

Die Gebeine waren vor zwei Jahren entdeckt und im Juni zugeordnet worden

Magdeburg. Zwei Jahre nach der Bergung und dem Abtransport sind die Gebeine der Königin Editha (910-946) feierlich in den Magdeburger Dom zurückgekehrt. Bei dem Festakt am Freitag würdigte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) die Regentin als herausragende Frauenpersönlichkeit der europäischen Geschichte. Zusammen mit ihrem Ehemann Otto dem Großen habe sie die Grundlagen für den Aufstieg Magdeburgs zu einer Metropole des Mittelalters geschaffen.

Der Magdeburger katholische Bischof Gerhard Feige betonte, dass die europäische Kultur bereits "von Anfang an multiethnisch" gewesen sei. Als 18-Jährige kam Editha nach Magdeburg, um Otto den Großen (912-973) zu heiraten. Sie habe in einem fremden Land neu beginnen müssen, so Feige, in Erinnerung geblieben seien ihre Frömmigkeit sowie ihre Wohltätigkeit gegenüber Armen und Kranken.

Bei der Feier wurden die Gebeine in einem neuen Sarg, der einem übergroßen Kristall ähnelt, durch den Dom getragen und in den großen Steinsarkophag hinter dem Hauptaltar versenkt. Dort war der ursprüngliche Bleisarg mit den sterblichen Überresten im November 2008 entdeckt worden. Aus konservatorischen Gründen konnte der Bleisarg nicht mehr verwendet werden. Edithas Gebeine wurden deshalb in einem mit Silberblech ummantelten Titansarg bestattet, gestaltet von der Dresdner Bildhauerin Kornelia Thümmel. Nach dem Festakt konnten die gut 400 Besucher den Sarg im offenen Sarkophag zwei Stunden lang besichtigen.

Im Juni 2010 hatten Wissenschaftler nach langwierigen Untersuchungen festgestellt, dass es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um die Gebeine der Regentin handelt. Editha (auch Edgith), die Prinzessin des angelsächsischen Königshauses Wessex, war die erste Ehefrau des späteren Kaisers Otto I.