Wenn die Seespinne sauer wird

Bremerhaven. Die Entwicklung gefällt ihr gar nicht. Der nordischen Seespinne, die auch in der südlichen Nordsee vor Helgoland beheimatet ist, setzt vor Spitzbergen die Versauerung der Meere zu. Das berichteten Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven bei der ersten europäischen Konferenz zur Ozeanversauerung.

Die Weltmeere nehmen jährlich etwa ein Drittel des Kohlendioxids (CO2) aus der Verbrennung fossiler Energieträger auf. Wenn sich CO2 im Wasser löst, bildet sich Kohlensäure und der Säuregrad steigt. Dadurch nimmt die Konzentration von Karbonat ab und Meeresorganismen wie Muscheln oder Schnecken haben Probleme, ihre Schalen zu bilden, denn dafür brauchen sie Karbonat als Kalkbilder.

"Die Seespinnen-Larven aus Spitzbergen waren im Vergleich zu jenen aus Helgoland in der Entwicklung und der Kalkablagerungsrate verlangsamt. Sie erwiesen sich empfindlicher gegenüber Ozeanversauerung", erklärt Prof. Hans-Otto Pörtner, Tierphysiologe am AWI. Die Larven seien damit anfälliger gegenüber Fressfeinden, Parasiten und Klimaschwankungen. Die Befunde zeigten, dass generell die an permanente Kälte angepassten Bewohner der Arktis besonders empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt reagieren.