Meeresschätze

Korallen helfen Krebsforschern

Mit ihren fluoreszierenden Farben lässt sich das Zellwachstum beobachten

Sydney. Sie sehen nicht nur faszinierend aus, sondern spielen bald in der Krebsforschung eine wichtige Rolle: Die Flachwasserkorallen der Gewässer rund um Howe Island (600 Kilometer östlich Australiens) verdanken ihre Farbenpracht fluoreszierenden Pigmenten. Diese lassen die Meeresbewohner rot, grün, blau oder gelb erstrahlen. "Wir nutzen die Pigmente, um die Vorgänge in lebenden Zellen zu erhellen", sagt Anya Salih von der University of Western Sydney. "Und wir können mithilfe der Pigmente studieren, was in Krebszellen schiefläuft." Bereits heute werden die Korallenpigmente zur Krebsforschung genutzt.

Die Gewässer bei Howe Island seien dicht bewachsen mit Hunderten von Korallen, die vor allem tief blau und grün gefärbt sind oder rot fluoreszieren, so Salih. An den Küsten des Kontinents seien diese Korallen schwer zu finden. Gleichzeitig ist der Bedarf für Studien zur Krebsforschung hoch.

Das Gen, das das jeweilige Pigment produzieren lässt, wird an ein Molekül von gesunden oder von Krebszellen angeheftet. Mit einem speziellen Fluoreszenzmikroskop lässt sich nun das Zellwachstum beobachten. Zusammen mit kalifornischen Kollegen untersucht Salih die Unterschiede von gesunden Zellen und Krebszellen sowie die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten.

Auf den Meeresschatz stießen Wissenschaftler, die die Korallenbleiche erforschen, eine Folge des Klimawandels. Sie stellten fest, dass die Prachtexemplare vor Howe Island weniger empfindlich auf wärmeres Wasser reagieren als andere Korallen.

( (AFP/hi) )