Zentrum für Chinesische Medizin am UKE eröffnet

Die Wirkung von Akupunktur und Kräutern soll erforscht werden

Hamburg. Die Traditionelle Chinesische Medizin hält Einzug in die Hamburger Wissenschaft. Gestern wurde am Universitätsklinikum Eppendorf das HanseMerkur Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) eröffnet. Damit sei es die erste wissenschaftliche Einrichtung in Deutschland, die sich ausschließlich auf die "immer stärker nachgefragte Heilkunst aus dem Reich der Mitte konzentriert", sagen die Träger des Zentrums, die HanseMerkur Versicherungsgruppe, das UKE und die Stadt Hamburg.

In der neuen Einrichtung sind Forschung, Lehre und Therapie unter einem Dach vereint. So sollen hier Nachweise der Wirksamkeit der TCM durch Forschungen im Labor und mit Patienten erbracht werden. Dabei wird zum Beispiel durch neurobiologische Methoden die Wirkung von Akupunktur und Kräutern auf das Nervensystem, die Funktion des Immunsystems und den Hormonhaushalt getestet. Die ganzheitliche Wirkung wird außerdem mit physikalischen Methoden und Verfahren der sogenannten Systembiologie untersucht. Für die Auswertung der Daten wird die Bioinformatik mitherangezogen.

"Wir erwarten, dass die wissenschaftliche Untersuchung dieser fernöstlichen Heilkunst dazu beitragen wird, transparente Qualitätsstandards für die TCM-Medizin in Deutschland zu definieren", sagte Fritz Horst Melsheimer, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur.

Als Geschäftsführer des neuen Zentrums sind der frühere Wissenschaftsstaatsrat Dr. Roland Salchow und der Arzt Dr. Sven Schröder eingesetzt. Der Neurologe, der schon seit Jahren mit der TCM arbeitet, wird in dem Zentrum eine privatärztliche Praxis betrieben: "Die positiven Wirkungen aller chinesischen Behandlungsmethoden sehe ich täglich in der Praxis. Jetzt besteht die Möglichkeit, den Erfolg auch durch Forschung zu belegen."

Das TCM-Zentrum wird in Zukunft nicht nur Forschungskooperationen mit dem UKE unterhalten, sondern auch mit der Fudan-Universität in Shanghai, der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und der niederländischen Forschungseinrichtung TNO in Utrecht.