Handystrahlung verursacht ADHS-Symptome

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Trächtige Mäuse, die in Experimenten den Funkwellen ausgesetzt waren, brachten Junge zur Welt, die Verhaltensstörungen entwickelten

London. Handystrahlung könnte die Gehirnentwicklung von Ungeborenen im Mutterleib stören. Hinweise darauf haben Forscher der renommierten Universität Yale (USA) in Experimenten mit Mäusen gefunden. Setzten sie trächtige Mäuseweibchen den Funkwellen eines Mobiltelefons aus, entwickelten deren Jungen später Verhaltensstörungen. Diese hätten denen von menschlichen Kindern mit der Aufmerksamkeitsstörung ADHS geglichen. Die im Mutterleib der Strahlung ausgesetzten Mäuse seien hyperaktiv, weniger ängstlich und hätten Gedächtnisprobleme gezeigt, berichten die Forscher im Journal "Scientific Reports".

Die Strahlenbelastung im Mutterleib löste bei den Mäusejungen auch physiologische Veränderungen im Gehirn aus, wie die Forscher beobachteten. Dadurch war die Übertragung des Hirnbotenstoffs Glutamat bei diesen Tieren gestört. Betroffen von diesen Veränderungen sei vor allem der sogenannte präfrontale Cortex, ein Hirnzentrum, das auch bei ADHS eine wichtige Rolle spiele, sagen die Forscher.

"Dies ist der erste experimentelle Nachweis von krankhaften Veränderungen der Hirnfunktionen, die durch eine Belastung mit Handystrahlung im Mutterleib hervorgerufen wurden", schreiben Tamir Aldad und seine Kollegen. Es sei nicht verwunderlich, dass man ähnliche Effekte in Studien mit erwachsenen Tieren bisher nicht gefunden habe. Denn das Gehirn Ungeborener reagiere viel sensibler auf Umwelteinflüsse als das von Erwachsenen.

Noch könne man diese bei Mäusen beobachteten Effekte nicht einfach auf den Menschen übertragen. Aber auch beim Menschen wisse man, dass es während der Entwicklung des Fötus kritische Zeitfenster gebe, in denen das Gehirn besonders empfindlich für Umwelteinflüsse sei, schreiben die Forscher. "Wir brauchen jetzt weitere Experimente, um herauszufinden, ob eine Strahlenbelastung im Mutterleib beim Menschen ein Risiko bedeutet."

Für ihre Studie hatten die Forscher 53 trächtige Mäuseweibchen in Käfigen gehalten, auf deren Oberseite ein angeschaltetes Handy befestigt war. Bei der Kontrollgruppe blieb dieses Handy ausgeschaltet. Das Mobiltelefon sendete Strahlung mit einer spezifischen Absorptionsrate (SAR) von weniger als 1,6 Watt pro Kilogramm (W/kg). Die gesetzliche Obergrenze in der Europäischen Union liegt bei zwei W/kg.

Die Forscher unterzogen den Nachwuchs aller Mäuseweibchen mehrerenTests, die im Abstand von mehreren Wochen wiederholt wurden. Geprüft wurden das Gedächtnis der Tiere, die Ängstlichkeit und die Aktivität. In allen Tests habe man bedeutende Unterschiede zwischen den bestrahlten und den unbestrahlten Mäusen festgestellt, sagen die Forscher.

Handystrahlung steht auch im Verdacht, seltene Hirntumore auszulösen. Zu dieser Vermutung kam etwa die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach der Auswertung zahlreicher Studien. Einen Beweis für diese These gibt es jedoch nicht.

( (dapd, HA) )

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