Mit schwarzen Federn in die Luft?

Dunkle Pigmente stützen die These, dass der Urvogel Archaeopteryx fliegen konnte

Providence. Seit seiner Entdeckung vor 150 Jahren stellen sich Wissenschaftler die Frage, ob der Archaeopteryx tatsächlich das Verbindungsstück zwischen den Dinosauriern und den Vögeln darstellt. Viel wurde über das Federkleid des Urvogels diskutiert - und ob er damit fliegen konnte. Jetzt haben Forscher der Brown University im US-amerikanischen Providence mithilfe deutscher Kollegen herausgefunden, dass eine der gut erhaltenen, fossilen Federn aus einem etwa rabengroßen Flügel des Archaeopteryx schwarz war. Diese Erkenntnis könnte die These der Flugfähigkeit der Art stützen.

Die Farbe und Bestandteile der Zellen, die das Pigment geliefert hätten, seien ein Beweis dafür, dass die Federn steif und haltbar waren - Eigenschaften, die dem Archaeopteryx zum Fliegen befähigt hätten. Das schreiben Ryan Carney und seine Kollegen. Der Biologe hatte Melanosomen in den Zellen der Federn untersucht. Diese Transportvehikel für das Pigment Melanin hätten den Federn eine zusätzliche strukturelle Stärkung verliehen, so Carney. "Das wäre von Vorteil gewesen während der frühen evolutionären Phase des Dinosaurierflugs."

Bei der elektronenmikroskopischen Untersuchung der Probe aus dem "Berliner Exemplar" eines Archaeopteryx halfen Forscher des Carl-Zeiss-Labors in Oberkochen. Die Ausrichtung der Melanosomen entspreche der heutiger Vögel, so Carney. "Das ist nicht der Beweis, dass der Archaeopteryx tatsächlich flugfähig war. Aber die Festigkeit der Federn wie bei modernen Vögeln hätte es ihm erlaubt."

( (cls) )