Gute Frage

Warum können manche Menschen ihre Zunge rollen - und andere nicht?

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Dr. Rosemarie Neumann, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde:

Unter dem Rollen der Zunge verstehen wir die Fähigkeit, die Zunge durch Hochwölbung der Zungenränder röhrenartig zu rollen. Diese besondere Art der Beweglichkeit ist genetisch bedingt, das ist auch durch fleißiges Trainieren nicht zu ändern. Das Zungenrollen gilt als klassisches Beispiel für einen sogenannten autosomal-rezessiven Erbgang: Jeder Mensch hat zwei "Kopien" seiner Gene, die Allele. Es gibt das Zungenroller-Gen (R) und das Nicht-Zungenroller-Gen (r). Dabei "dominiert" R gegenüber r. Hat ein Elternteil beide RR-Allele, so werden deshalb alle seine Kinder Zungenroller sein, auch wenn der andere Elternteil diese Fähigkeit nicht besitzt (genetisch: rr). Hat ein Elternteil die Allele Rr, so ist statistisch bei vier Kindern nur eines dabei, das Nicht-Zungenroller ist.