Bereits 500 Erkrankungsfälle

Neuer Malaria-Erreger in Südostasien entdeckt

Ein neuer und für den Menschen gefährlicher Erreger der Malaria wurde jetzt in Südostasien entdeckt. Einheimische sowie Touristen, die dort abseits der üblichen Reiserouten unterwegs sind, gelten als gefährdet. Da schwere Krankheitsverläufe möglich sind, raten Experten laut der Fachzeitschrift "Deutsche Medizinische Wochenschrift" Rückkehrern, bei unklaren Fiebererkrankungen einen Arzt aufzusuchen.

Mithilfe von Gentests lässt sich der Erreger namens Plasmodium knowlesi identifizieren. Er ist der Fünfte, der beim Menschen das Tropenfieber hervorrufen kann. Bislang gingen Experten davon aus, dass nur vier Plasmodien für die drei Malariaerkrankungen beim Menschen verantwortlich sind: Plasmodium (P.) malariae für das Viertagefieber, vivax und ovale für das Dreitagefieber und falciparum für die gefürchtete Malaria tropica, bei der ein Wechsel zwischen Fieber und fieberfreien Intervallen fehlt. Plasmodium knowlesi als Auslöser für Malaria tropica war bislang nur als für Affen gefährlich eingestuft wurde. Bereits 500 Übertragungsfälle mit dem neuen Erreger auf den Menschen sind bekannt.

Die Erkrankungen traten alle in Südostasien auf. Nur dort und in Regionen Südindiens und Sri Lankas ist der Erreger verbreitet. Ein Ansteckungsrisiko besteht nach Einschätzung von Professor Justus Schottelius vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut vor allem in Waldgebieten, in denen die infizierten Affen leben. Die Übertragung erfolgt durch die Anopheles-Mücke, die Menschen und Affen gleichermaßen sticht.