Jetzt auch komplizierte Operationen möglich

UKE: Hightech-OP-Saal im Herzzentrum eröffnet

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Hamburg. Herzkranke Patienten können in Zukunft im Universitären Herzzentrum (UHZ) des Universitätsklinikums Eppendorf noch besser versorgt werden. Gestern wurde dort ein hochmoderner sogenannter Hybrid-OP eröffnet. Dieser ermöglicht es, dass Herzchirurgen, Kardiologen und Gefäßmediziner gemeinsam komplizierte Operationsverfahren durchführen und dabei unterschiedliche Methoden miteinander kombinieren.

Solche neuartigen Verfahren wurden bisher am UHZ in einem wesentlich kleineren Hybridkatheterlabor durchgeführt. "Der neue, hochmoderne Operationssaal eröffnet jetzt dank neuer Röntgentechnologie und dank neuer Computersoftware auch komplizierte Operationen an Blutgefäßen, die vorher nicht möglich waren", sagt Prof. Reichenspurner, Direktor des Universitären Herzzentrums.

Die Ärzte des UHZ werden hier in einer interdisziplinären Zusammenarbeit insbesondere Eingriffe wie den Herzklappenersatz mithilfe eines Katheters oder Herzklappenrekonstruktionen über Katheter am schlagenden Herzen vornehmen. Ebenfalls möglich sind minimal-invasive Bypassoperationen, auch in Kombination mit dem Einlegen von Stents in die Herzkranzgefäße. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Implantation von Gefäßprothesen in die Hauptschlagader oder in die Beinarterien.

Um diese Eingriffe erfolgreich durchführen zu können, ist der 85 Quadratmeter große Raum mit moderner Technik ausgestattet. So ermöglicht die Hochleistungs-Röntgenanlage unter anderem die dreidimensionale Darstellung von Gefäßen und erlaubt dadurch nicht nur sehr genaues, sondern auch sehr schonendes Arbeiten. Das bedeutet, dass möglichst Verfahren gewählt werden, die dem Patienten eine OP ersparen. "Das gilt vor allem für ältere und kranke Patienten, für die eine herkömmliche Operation zu risikoreich wäre", sagt Reichenspurner.

Zudem verfügt der OP über neue Technologien, mit denen Eingriffe live übertragen werden können, sowohl zu Ausbildungszwecken in die Hörsäle auf dem UKE-Gelände als auch ins Ausland bei internationalen Kongressen.

Die Kosten für den neuen Hybrid-OP lagen bei 1,2 Millionen Euro, ein Drittel davon spendete der Förderverein Universitäres Herzzentrum Hamburg.

( (cw) )