AOK-Report: Patienten bleiben im Schnitt acht Tage

Immer schneller aus der Klinik

Patienten bleiben immer kürzer im Krankenhaus. Die Verweildauer sank von 2003 bis 2008 um 8,3 Prozent, wie aus dem aktuellen Krankenhausreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervorgeht. Im Durchschnitt mussten die Kranken zuletzt gut acht Tage in der Klinik bleiben.

Die Hauptdiagnosen bei Männern waren psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol sowie Angina Pectoris und Herzinsuffizienz. Bei den Frauen steht die Herzinsuffizienz an erster Stelle, gefolgt von Brustkrebs und Gallensteinleiden. Die bereinigten Kosten lagen 2007 bei insgesamt knapp 60 Milliarden Euro.

Hintergrund für die immer kürzeren Aufenthalte ist die Einführung der sogenannten Fallpauschalen im Jahr 2003. Statt pro Tag werden die Kliniken seitdem pro Fall honoriert, unabhängig davon, wie lange sie die Patienten behandeln. Die Reform habe geholfen, Überkapazitäten abzubauen, lobte das Institut. Die Zahl der Betten sei bis 2008 um 7,1 Prozent gesunken. Die Produktivität sei gestiegen. Trotzdem sieht das von der Krankenkasse finanzierte Institut immer noch ein Sparpotenzial bei den Kliniken von zwei bis vier Milliarden Euro. Im OECD-Vergleich liege Deutschland mit 5,7 Betten je tausend Einwohner auf dem dritten Rang hinter Japan und Österreich. "Weitere Effekte ließen sich realisieren, wenn die bestehende Trennung der Krankenversorgung weiter gelockert und Möglichkeiten für Selektivverträge geschaffen würden", erklärten die Autoren weiter.

Den Ländern, die für den Erhalt der Krankenhäuser zuständig sind, werfen sie Versäumnisse vor. Die Investitionsfördermittel - gemessen an den Gesamt-Klinikausgaben von gesetzlichen und privaten Versicherungen - seien von rund 10,2 Prozent im Jahr 1991 auf nur noch 4,7 Prozent 2007 gesunken. Eine Investitionsquote von zehn Prozent sei jedoch erforderlich.

Weil die Länder zu wenig Geld in ihre Kliniken stecken, zweigen diese für Investitionen Betriebsmittel ab, die von den Krankenkassen finanziert werden, wie es weiter hieß. Unterlassene Investitionen gingen zulasten einer möglichen Produktivitätssteigerung.

Insgesamt gibt es rund 507 000 Betten in gut 2000 Kliniken. Sie waren zu 77,2 Prozent ausgelastet.