Teilchenbeschleuniger

Vogel ließ Krümel fallen - Cern außer Betrieb

Von einem Vogel fallen gelassene Brotstückchen haben beim größten Teilchenbeschleuniger der Welt einen Kurzschluss ausgelöst. Wie die Europäische Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf mitteilte, ereignete sich der Vorfall bereits am vergangenen Dienstag. Die Baguettekrümel verursachten den Kurzschluss bei einer externen elektrischen Anlage, die Teile des Large-Hadron-Collider (LHC) genannten Teilchenbeschleunigers mit Strom versorgt. Der Vogel sei unverletzt entkommen, habe aber sein Brot verloren.

Wegen des Kurzschlusses sei auch ein Teil des Kühlsystems des LHC unterbrochen worden. Dadurch sei es zu einer leichten Erwärmung von der absoluten Tiefsttemperatur (minus 273 Grad Celsius) auf minus 268 Grad gekommen. Wenige Stunden danach habe sich die Lage normalisiert, die Störung sei nicht gravierend gewesen. Derzeit wird der Teilchenbeschleuniger für einen Start Mitte November vorbereitet, die Kühlung ist eine wesentliche Voraussetzung. Der LHC musste im Herbst 2008 kurz nach der Inbetriebnahme wegen gravierender Pannen abgestellt werden.

Mit dem LHC an der französisch-schweizerischen Grenze sollen wissenschaftliche Rätsel zur Entstehung des Universums und Struktur der Materie gelöst werden. Um seine volle Leistungskraft zu erreichen, muss der LHC mehrere Jahre laufen. Dabei werden hochenergetische Teilchen in einer 27 Kilometer langen Ringröhre bis nahe an die Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, um sie dann aufeinanderprallen zu lassen.

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