Auszeichnungen

Die echten Nobelpreise und ihre skurrilen Gegenstücke

Werden wieder nur Männer mit einem Nobelpreis geehrt? Von heute an wird in Stockholm und Oslo bekannt, wer einen Preis bekommt.

Bis Mittwoch machen die Auszeichnungen für Medizin, Physik und Chemie den Anfang, Donnerstag folgt die Entscheidung über den Literaturnobelpreis, am Freitag der für Frieden.

In der berühmten Harvard-Uni im amerikanischen Cambridge wurden jetzt bereits die "Ig-Nobelpreise" verliehen ("ig" steht für "ignoble", also "unwürdig" oder "schmachvoll"). Die vom Magazin "Annals Of The Improbable Research" vergebene Auszeichnung ehrt Forschung, die "zum Lachen und Nachdenken" anregt.

Und das sind die Preisträger und Ihre Arbeiten:

Preisträger sind die Tiermediziner Catherine Douglas und Peter Rowlinson aus Newcastle. Sie fanden heraus, dass Kühe mit einem Namen wie Daisy, Buttercup oder Bessie mehr Milch produzieren als anonyme Artgenossen, und zwar in zehn Monaten bis zu 270 Liter mehr. Den Ig-Nobelpreis für Medizin erhielt Donald Unger (83) für 60 Jahre Knöchelknacken. Seine Mutter hatte ihm die Angewohnheit verboten, weil er damit die Hände ruiniere. 60 Jahre ließ Unger Tag für Tag die Knöchel seiner linken Hand knacken, die andere blieb verschont. Das Ergebnis: Seine Mutter behielt unrecht. "Ich sehe an keiner Hand den geringsten Anflug von Arthritis." Der Friedenspreis ging an ein Team der Uni Bern. Die Forscher wollten durch handgreifliche Experimente herausfinden, ob für Schläge auf den Kopf eine volle oder eine leere Bierflasche besser geeignet sei. Letztlich ergaben sich aber keine großen Unterschiede.

In der Fachwelt sind die Preise, die zum 19. Mal vergeben wurden, keine Schande mehr. Die Vergabe übernehmen traditionell echte Nobelpreisträger, diesmal Wirtschaftsexperte Paul Krugman (2008), Chemiker Martin Chalfie (2008) und Schriftsteller Orhan Pamuk (2006). Mit einer möglicherweise lebensrettenden Erfindung konnten drei Frauen aus Chicago aufwarten. Sie präsentierten einen BH, der sich in Notfällen ruckzuck in eine Gasmaske für zwei Personen verwandeln lässt. Der Literaturpreis ging an die irische Polizei, die dem größten Verkehrssünder des Landes mehr als 50 Strafzettel ausgestellt hatte: Sein Name Prawo Jazdy bedeutet auf Polnisch Fahrerlaubnis.

Den Physikpreis schließlich verdiente sich ein interdisziplinäres US-Forscherteam, Katherine K. Whitcome, Daniel E. Lieberman und Liza J. Shapiro befassten sich mit der Frage, warum schwangere Frauen nicht umkippen.