Archäologische Funde

Die ältesten Kunstwerke der Welt

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Auf der Schwäbischen Alb wurden schon mehrfach prähistorische Dokumente kreativer Betätigung entdeckt.

Das älteste bekannte womöglich religiöse Bildnis stammt von dort: der "Löwenmensch" ,der 1939 in der Höhle Hohlenstein-Stadel gefunden wurde. Das Alter dieser Elfenbeinfigur wird auf 32 000 Jahre geschätzt. Sie wurde aus dem Stoßzahn eines Mammuts geschnitzt, der an einem Ende hohl war, wodurch die gespreizte Beinstellung entstand.

Auf das Jahr 2006 datiert der Fund eines Elfenbein-Mammuts in der Vogelherdhöhle, ebenfalls im Lonetal. Das Tier ist knapp vier Zentimeter hoch und beeindruckend realistisch dargestellt: der Rüssel ist gebogen. Das Alter wird auf 35 000 Jahre geschätzt. 2004 wurde in der Geißerklösterle-Höhle bei Blaubeuren die bislang älteste bekannte Flöte gefunden, das Alter des Instruments: etwa 35 000 Jahre.

Die meisten Fundorte sind jedoch in Frankreich verzeichnet, gefolgt von Spanien und Italien. Hier eine Auswahl der dortigen Funde:

In der Höhle von Altamira , in der Nähe von Santillana del Mar in Spanien, wurden 1879 durch die Tochter des Grundbesitzers steinzeitliche Malereien entdeckt. Die Höhle wurde im Zeitraum von 16 000 v. Chr. bis zu ihrem Einsturz 11 000 v. Chr. genutzt, sie enthält mehr als 100 Bilder.

Die Höhle von Lascaux liegt in der Nähe von Montignac, dort sind auf über 100 Metern Tierbilder auf den Wänden aufgetragen worden. Ihr Alter wird auf 17 000 Jahre geschätzt. Damit sind sie deutlich jünger als die 1994 entdeckten Zeichnungen in der Grotte Chauvet im südfranzösischen Vallon Pont d'Arc, die vor 31 500 Jahren entstanden und besonders kunstvoll und plastisch gestaltet wurden. Sie wurde deswegen auch schon "vatikanischer Palast der paläolithischen Kunst" genannt. Die

Höhle von Pech Merle , eine Tropfsteinhöhle mit steinzeitlicher Malerei, liegt im Südwesten Frankreichs bei Cahors. Die ältesten Zeichnungen dort dürften 20 000 Jahre alt sein, sie wurden 1922 durch zwei Schüler entdeckt.

Nach heutigen Maßstäben wäre die "Venus von Willendorf" Österreicherin. Sie wurde 1908 in der gleichnamigen Gemeinde gefunden. Ihre Figur ist stattlich, die matronenhafte, elf Zentimeter hohe Gestalt mit üppiger Oberweite und drallen Schenkeln wurde vor 25 000 Jahren aus Kalkstein gemeißelt. Weniger bekannt, aber 5000 Jahre älter ist die "Venus vom Galgenberg", 1988 unweit der Willendorfer Fundstätte entdeckt. (HA)

( (HA) )