Die ungeahnte Schönheit eines glibberigen Einzellers

Hamburg. Kieselalgen sind für das bloße Auge nur Glibber, der Felsen glitschig macht. Erst unter dem Elektronenmikroskop entfalten die Siliciumdioxid-Zellhüllen der winzigen Algen ihre faszinierende Formenvielfalt.

Der Ozeanologe Paul Hargraves von der University of Rhode Island im US-Bundesstaat Florida gab sich nicht damit zufrieden, die üblichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Einzeller herzustellen, sondern arbeitete mit der Künstlerin Faye Darling zusammen. Sie kolorierte die Aufnahmen nachträglich und machte sie damit auf eine besondere Art sichtbar. "Was mich daran am meisten fasziniert, ist, dass sich auf diese Art die Menschen auf einmal für Keime und simple Zellen interessieren", sagt die Künstlerin. "Zudem freue ich mich, dass mein Kollege Paul Hargraves die Bilder als visuelle Unterstützung für seine Vorlesung braucht. So wecken wir gemeinsam das Interesse der Studenten an Ozeanografie und Meeresbiologie."

Kieselalgen gehören zu den ältesten Lebewesen auf der Erde. Sie entstanden vor 500 Millionen Jahren, lange vor den Dinosauriern, und sind als Bestandteil des Meeresplanktons wichtiger Teil der Nahrungskette.