Datenschutz

DSGVO: Die skurillen Auswirkungen der EU-Verordnung

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Die 5 wichtigsten Neuerungen

DSGVO Neuerungen

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Die Datenschutzgrundverordnung stärkt die Rechte der EU-Bürger. Gleichzeitig wundern sich viele Nutzer über einige der Auswirkungen.

Berlin.  Die seit Freitag geltende europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) treibt teilweise absurde Blüten: Einwilligungs-Mails an Hunderte Empfänger, unfreiwillig komische Aufforderungen, aus zweifelhaften Gründen gesperrte Twitter-Accounts – aber auch Betrüger, die Phishing-Mails verschicken und gesperrte Websites. Ein Überblick.

• Gesperrte Accounts: Twitter sperrte offenbar mehrere Accounts, weil sie angeblich zu jung seien. Verschiedene Nutzer berichteten von dem Problem, darunter gemeinnützige Vereine ebenso wie zum Beispiel die Nachrichten-Website netzpolitik.org, deren Account netzpolitik_org der Kurznachrichtendienst aus dem Netz nahm.

• Erzdiözese Freiburg stoppt Livestreams: In den letzten Jahren übertrug die Erzdiözese Freiburg ihre Feiertagsgottesdienste aus dem Freiburger Münster im Internet. Damit ist jetzt Schluss. Der Grund ist das DSGVO: Alle Zelebranten, Ministranten, Lektoren und Chorsänger müsste sonst eine schriftliche Zustimmung geben, schreibt die „Badische Zeitung“.

• Einzelhandel macht sich über DSGVO lustig: Die Datenschutzgrundverordnung schlägt sich nicht nur in der digitalen Welt, sondern auch im stationären Einzelhandel nieder. Eine Metzgerei aus Salzburg etwa weist ihre Kunden auf humoristische Weise auf die Datenschutzregeln hin.

Phishing-Mails in Nachrichten-Flut: Verbraucherschützer warnen vor Betrügern, die in der E-Mail-Flut mitschwimmen. Und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schreibt in einer Mitteilung: „Sie versenden unter anderem im Namen von Onlineshops wie Amazon, eBay und PayPal wie auch von namhaften Banken Phishing-E-Mails, in denen sie um die Eingabe von sensiblen Informationen bitten.“

• Abgeschaltete Websites: Eine Reihe von Websites haben ihre Angebot vom Netz genommen, weil sie nach den neuen Regelungen Sanktionen befürchten. Nicht mehr erreichbar für User ist zum Beispiel die Rechtsanwaltskammer Düsseldorf, die Heimwerker-Community des Geräteherstellers Bosch und das Forum der Seite Öffentlicher-Dienst.info.

• US-Medien erfinden neue Abos: US-amerikanische Zeitungen wie die „Washington Post“ hatten zunächst ihre Internetseiten für Leser aus Europa abgeschaltet, dann aber eine weitere Idee: Für europäische Kunden gibt es ein eigenes Digital-Abo. Mit dem Service wird sämtliche Werbung ausgestellt und auch Dienste, die Nutzerdaten sammeln, werden abgestellt.

• Mehr Nachrichten zur E-Mail-Reduzierung: Der Dienst für Online-Umfragen Doodle hat seinen Nutzern eine besonders aberwitzige E-Mail geschickt. Doodle sei ein Dienst, mit dem sich die Anzahl der E-Mails reduzieren lasse. „Wir brauchen jedoch deine Zustimmung, um dir weiterhin Neuigkeiten zuzuschicken, zum Beispiel zu hilfreichen neuen Funktionen, neuen Wegen zur Reduzierung von E-Mails oder Aktionsangeboten zu unserem Premium-Dienst.“ (les)