SchülerVZ

Mobbing-Knopf im Sozialen Netzwerk wird zum "Flop"

Betreiber von SchülerVZ beugen sich der massiven Kritik und löschen Knopf mit dem sich Schüler gegenseitig als "Flop" abstempeln konnten.

Berlin. Nach massiver Kritik hat das auf Schüler ausgerichtete soziale Netzwerk SchülerVZ sein Angebot eingeschränkt und den "Flop"-Knopf gedrückt. Internetnutzer und Netzaktivisten protestierten gegen eine Funktion, mit der sich Schüler gegenseitig als "Flop" abstempeln konnten. Diese Funktion haben die Betreiber nun gelöscht. "Nichts liegt uns ferner, als unsere Mitglieder zu demütigen“, sagte Geschäftsführerin Stefanie Waehlert am Freitag.

Die Kritik an der Funktion des neuen "VZ-Pausenhofs“ nahm zuvor von Tag zu Tag zu. Der etablierte Berliner Blogger Johnny Haeusler notierte in seinem "Spreeblick“ beispielsweise, mit der Möglichkeit der gegenseitigen Bewertung unter Kindern und Jugendlichen müsse "am Verantwortungsbewusstsein der SchülerVZ-Betreiber“ gezweifelt werden.

Auch der Gründer des Berliner Vereins Digitale Gesellschaft, Markus Beckedahl, empörte sich über die "Flop“-Funktion bei Schüler-VZ, indem Kinder und Jugendliche überwiegend unter sich bleiben sollen. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd sagte der Netzaktivist, das schaffe „ein soziales Ranking unter Kindern und Jugendlichen“.

Betroffene Eltern kündigten wiederum an, die Profile ihrer eigenen Kinder selbst zu löschen. "Es wird Zeit, zu gehen, SchülerVZ“, notierte etwa der Hamburger Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach auf seiner privaten Internetseite mit dem Namen "Haltungsturnen“. Seine Kritik verbreitete sich per Link über Facebook und Twitter weiter.

Die Chefin der VZ-Netzwerke, zu der auch Studi-VZ und Freunde-VZ gehören, wies die Vorwürfe wiederum entschieden zurück. Die junge Online-Anwendung "Pausenhof-VZ“, deren Teil die "Flop“-Funktion war, ermögliche "kein Mobbing“, sagte sie. Nutzer hätten schließlich zu keinem Zeitpunkt einsehen können, wen "Flop“-Klicks ereilten. Um Irritationen zu vermeiden, sei die Funktion nun aber gelöscht.

Von Björn Menzel und Daniel Bouhs