Fleischig und pikant

"Öko-Test": Bei Tomatensaft überzeugen nur Direktsäfte

Lieber nur mit Pfeffer nachwürzen: Tomaten-Direktsäfte punkten bei den Öko-Testern gegen Tomatensäfte aus Konzentraten.

Lieber nur mit Pfeffer nachwürzen: Tomaten-Direktsäfte punkten bei den Öko-Testern gegen Tomatensäfte aus Konzentraten.

Foto: dpa

Viele trinken ihn am liebsten im Flugzeug hoch über den Wolken: Tomatensaft. Welche Produkte schmecken am intensivsten und was steckt drin in den leuchtend roten Säften?

Frankfurt/Main. Ein Tomatensaft muss so schmecken wie seine knallrote Frucht: fleischig und pikant. Dieses Geschmacksurteil fällten die Tester der Zeitschrift "Öko-Test" (Ausgabe 8/2020) über alle 20 getesteten Säfte. Gute Nachricht außerdem: Rückstände von Pestiziden fand "Öko-Test" in keinem Produkt.

Bei fünf der Säfte stimmte alles, sie erhielten die Gesamtnote "Sehr gut". Dabei handelt es sich ausnahmslos um Direktsäfte: Der "Alnatura Tomatensaft", von Demeter der "Beutelsbacher Tomatensaft" sowie der "Voelkel Tomatensaft mit Meersalz" und von Naturland der "Eden Tomatensaft mit Meersalz" sowie der "Ener Bio Tomatensaft".

Ein weiterer Direktsaft kam wegen eines leicht muffigen Geruchs und Geschmacks nur auf die Gesamtnote "Gut". Und auch ein "Ausreichend" vergaben die Prüfer an einen Direktsaft: Hier deutete ein hoher Ergosterolgehalt darauf hin, dass im Saft viele aufgeplatzte Früchte gelandet sind. Zudem wurde Zitronensaft zugesetzt, der den Geschmack aufgepeppt.

Durchweg mäßig oder sogar schlecht schneiden die Tomatensäfte aus Konzentraten ab: neun erhielten ein "Befriedigend", vier ein "Ausreichend". Grund: Sie wurden nicht ausreichend rearomatisiert. Das heißt, Aromen, die bei der Konzentratherstellung verloren gegangen sind, wurden nicht entsprechend wieder hinzugefügt.

Außerdem wurde auch ihnen Zitronensaft oder Zitronensaftkonzentrat zugesetzt. Vier der Tomatensäfte aus Konzentrat wurden zudem zu stark rückverdünnt und sind somit verwässert.

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