Nase

Teil 4: Wieder frei durchatmen

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Cornelia Werner

Ist dauernd die Nase verstopft, kann eine Verkrümmung der Scheidewand die Ursache sein. Ein Hamburger Hals-Nasen-Ohren-Experte erklärt, wie das Problem behoben werden kann.

Haben Sie ständig eine verstopfte Nase? Dann könnte es unter Umständen daran liegen, dass Ihre Nasenscheidewand nicht so gerade gewachsen ist, wie sie sollte. "Etwa 80 Prozent der Bevölkerung haben eine verbogene Nasenscheidewand", sagt Prof. Wolfgang Kehrl, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik im Marienkrankenhaus Hamburg.

Die Nasenscheidewand teilt die Nasenhaupthöhle in eine rechte und eine linke Höhle und besteht aus einem vorderen knorpeligen und einem hinteren knöchernen Anteil. Die häufigste Ursache für eine Nasenscheidewandverkrümmung ist ein unterschiedlich schnelles Wachstum des Knochens im Jugendalter. "Dadurch können sich Winkel, Kanten und Verziehungen bilden, die dann die Nasenscheidewand krumm erscheinen lassen oder die Nase einengen", erklärt der Hals-Nasen-Ohrenarzt. Die zweithäufigste Ursache sind Brüche des Nasenbeins, bei denen auch die Nasenscheidewand betroffen ist und krumm wieder zusammenwächst.

Zwar verursacht die Nasenscheidewandverkrümmung bei den meisten Menschen keine Symptome. Wenn es zu Beschwerden kommt, sind sie meistens dadurch bedingt, dass man durch die Nase schlecht Luft bekommt und deswegen vermehrt durch den Mund atmet. "Dadurch fällt die Filterfunktion der Nase aus, die die eingeatmete Luft anwärmt und reinigt. Die Folge können Rachenentzündungen, Halsschmerzen oder auch Mandelentzündungen sein", so Kehrl. Zudem kann es zu chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen, vermehrtem Schnarchen, Nasenbluten und auch Kopfschmerzen kommen.

Eine Operation ist dann nötig, wenn die verbogene Nasenscheidewand zu chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen geführt hat. Auch wenn der Patient sehr darunter leidet, dass er schlecht durch die Nase atmen kann, kann eine Operation vorgenommen werden.

Dieser Eingriff wird in der Regel stationär unter Vollnarkose durchgeführt. "Dabei wird durch einen kleinen Schnitt am Eingang in der Nase die Schleimhaut links und rechts von der Nasenscheidewand abgeschoben. Dann nimmt man den verbogenen knöchernen Anteil heraus, begradigt ihn in einer Presse und setzt ihn wieder ein. Der knorpelige Anteil wird durch spezielle Entlastungsschnitte oder Entfernen von kleinen überschüssigen Knorpelteilen wieder begradigt", erklärt Kehrl. Die Operation dauert eine halbe bis dreiviertel Stunde. Anschließend schient man die Nasenscheidewand mit Silikonscheiben, um die Schleimhaut wieder an die Nasenscheidewand zu drücken.

Tamponaden in jedem Nasenloch sorgen dafür, dass es nicht zu einer Blutung kommt und Schleimhaut und Nasenscheidewand wieder zusammenwachsen. Die Tamponade bleibt für ein bis drei Tage in der Nase, die Folien zwei bis fünf Tage. Die Patienten werden für den Eingriff drei bis vier Tage im Krankenhaus aufgenommen.

Die Operation hat eine Erfolgsrate von 80 bis 90 Prozent. "Es kann aber auch vorkommen, dass die Korrekturen nicht ausreichend waren und sich die Nasenscheidewand erneut verbiegt. Das ist aber relativ selten", so Kehrl. Eine mögliche Komplikation ist, dass sich zwischen Schleimhaut und Nasenscheidewand ein Bluterguss bildet und sich entzündet. "Dann kann sich dort ein Abszess bilden. Wenn dieser nicht schnell behandelt wird, kann der Knorpel zugrunde gehen und sich eine sogenannte Sattelnase mit einem eingesunkenen Nasenrücken bilden."

Eine gute Behandlung zeichnet sich dadurch aus, dass solche Komplikationen nicht auftreten und der Patient nach dem Eingriff wieder frei durch die Nase atmen kann.