Forschung

Wie die Sucht nach Alkohol entsteht

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Das Gehirn schüttet nach dem Konsum von Alkohol Endorphine aus. Alkoholiker empfinden außerdem ein starkes Gefühl der Trunkenheit.

Was bisher nur eine Vermutung war, hat sich laut Wissenschaftlern der University of California in San Francisco nun bestätigt: Der Alkoholgenuss führt im Gehirn zu einer Endorphin-Ausschüttung. Der Konsument fühlt sich glücklich. Bei Alkoholikern geht dieser Effekt noch eine Stufe weiter. Dadurch, dass regelmäßig hohe Dosen an Alkohol durch die Blutbahn strömen, koppelt das Gehirn den Genuss von Alkohol an das Glücksgefühl. So entsteht bei Alkoholikern schnell ein Gefühl der Trunkenheit. Das berichtet wissenschaft.de .

Für die Untersuchung wurde eine Gruppe von "starken Trinkern" mit einer Kontrollgruppe von "moderaten Trinkern" verglichen und die jeweilige Endorphinausschüttung gemessen. Zu den "starken Trinkern" gehörte, wer pro Woche mehr als zehn Einheiten Alkohol zu sich nahm. Eine Einheit entspricht zum Beispiel 200 Mililitern Bier, 100 Mililitern Wein oder 20 Mililitern Schnaps. Die Kontrollgruppe für die Untersuchungs trank maximal sieben Einheiten Alkohol pro Woche.

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Bei allen Versuchsteilnehmern führte der Alkoholkonsum zur Ausschüttung körpereigener Opiate im Belohnungszentrum des Gehirns. Damit liefert die Untersuchung den ersten Beweis, dass Alkohol die Stimmung von Menschen positiv beeinflusst.

Bei Alkoholikern führte der Anstieg des Endorphinanteils im Hirn zu einem Gefühl der Trunkenheit. Damit werde die benebelnde Wirkung von Alkohol verstärkt als positiv empfunden, so Wissenschaftlerin Jennifer Mitchel. Das würde erklären, wie eine Alkoholsucht entstehe.

Abgsehen von der Wirkweise von Alkohol auf das Gehirn sehen die Forscher in der Untersuchung einen wichtigen Schritt, um die Behandlung von Alkoholsucht weiter voran zu treiben. Medikamente, die bisher eingesetzt würden, hätten oft starke Nebenwirkungen, so Studienleiter Howard Field.

( (abendbaltt.de/wissenschaft.de) )

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