Regen und Hitze

Braun-schwarze Blätter: Bislang kein Nachweis auf Feuerbrand

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dpa
Die Pflanzenkrankheit Feuerbrand verfärbt die Blätter nach und nach braun bis schwarz.

Die Pflanzenkrankheit Feuerbrand verfärbt die Blätter nach und nach braun bis schwarz.

Foto: dpa

Entwarnung für Gartenbesitzer: Hinweise auf eine Erkrankung mit Feuerbrand müssen sich nicht bestätigen. Gerade in diesem Sommer finden Pilzkrankheiten mit ähnlichen Symptomen gute Bedingungen.

Köln/Karlsruhe. Feuerbrand ist eine gefährliche Erkrankung bei Obst- und Ziergehölzen. Er lässt sie rasch absterben, und er breitet sich ebenfalls schnell weiter aus. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW berichtet von zahlreichen Meldungen dieser Krankheit von Hobbygärtnern - die sich bei Laboruntersuchungen der Pflanzen aber nicht bestätigt haben.

Denn: Einige Pilzkrankheiten verursachen Symptome, die den Anzeichen des Feuerbrandes ähneln.

Wie sieht Feuerbrand aus?

Typisch sind für die Erkrankung durch das Bakterium Erwinia amylovora welkende Äste und eine Verfärbung der Blätter und Blütenstände in Braun-schwarz. Vor allem Apfel, Birne, Rot- und Weißdorn sowie Felsenmispel, Feuerdorn und Eberesche werden befallen. Ungefährdet sind Kirschen, Pfirsiche, Pflaumen oder Zwetschgen.

Woran erkennt man die ähnlichen Krankheiten?

Das ist das Problem: Pilzkrankheiten können ebenfalls Symptome wie welkende Triebspitzen und eingetrocknete Zweige und Äste verursachen. Und das ist in diesem Jahr auch keine Überraschung: Das feuchte Frühlingswetter bot ideale Wachstumsbedingungen für Pilze.

Laut dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe ähneln etwa die Pilzkrankheiten Zweigmonilia und Obstbaumkrebs dem Feuerbrand. Auch ein Befall der Triebwespe kann aber ähnliche aussehen.

Außerdem haben heiße und sonnige Tage im Anschluss an eine längere Regenzeit oft auch zur Folge, dass Schäden an Laubbäumen entstehen. Ihre Blätter welken, auf ihnen bilden sich Flecken und sie fallen ab. Und: Nun zeigt die Trockenheit der vergangenen Jahre ihre Folgen, so die Landwirtschaftskammer. Denn Gehölze reagierten erst mit Verzögerung mit der Ausbildung von Trockenschäden.

Gibt es einen Unterschied bei den Symptomen?

Ja. Bei Feuerbrand bleiben die Blätter fest am Zweig hängen. Das erkrankte Gewebe ist scharf vom gesunden abgegrenzt und die Spitzen von eingetrockneten Trieben biegen sich nach unten.

Wie kann ich Feuerbrand bekämpfen?

Das geht nicht direkt. Laut Landwirtschaftlichem Technologiezentrum Augustenberg gibt es keine ausgewiesenen Pflanzenschutzmittel dafür. Aber: Nach Erfahrungen der Experten können nur schwach befallene Obst- und Ziergehölze meist gerettet werden, indem man sie großzügig zurückschneidet - und zwar bis mindestens 30 Zentimeter ins gesunde Holz.

Vor allem gilt es, die weitere Ausbreitung so früh wie möglich zu verhindern. Daher sollten erkrankte Triebe entfernt und vernichtet werden. Am besten werden sie verbrannt oder verschlossen in einem Plastiksack im Restmüll entsorgt. Die Ast- und Gartenscheren müssen anschließend desinfiziert werden. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt dafür ein Bad in 70-prozentigem Alkohol für eine Minute.

Was hilft bei den ähnlichen Pilzkrankheiten?

Bei Obstbaumkrebs zum Beispiel wird das Holz ebenfalls bis weit ins gesunde Gewebe zurückgeschnitten. Gegen die Monilia-Spitzendürre gibt es Pflanzenschutzmittel, auch hier müssen die abgestorbenen Triebe entfernt werden.

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( dpa )