Bach und andere Zeitgenossen

Evgeni Koroliov und Ljupka Hadzigeorgieva bei "NDR das neue werk"

Sein Konzert mit Bachs Goldberg-Variationen im Februar 2010 in der Laeiszhalle wird niemand vergessen, der dabei war: Evgeni Koroliov spielte sie so inspiriert und innig aus dem Moment heraus, als wären ihm die Noten eben zugeflogen.

Beim seinem Auftritt in der Reihe "NDR das neue werk" im Rolf-Liebermann-Studio wird Koroliov mit seiner Frau Ljupka Hadzigeorgieva Werke spielen, die aus weit auseinander liegenden Zeiten stammen, aber im selben Geist der Suche nach einer absoluten Musik miteinander verbunden sind.

Den Anfang macht Bachs Fantasie und Fuge d-Moll, die die Grenzen festgelegter Tonalitäten überschreitet und aufgrund ihrer Themen später den Beinamen "Chromatische" bekam.

Von György Kurtág, geboren 1926 in Ungarn, stammen Bearbeitungen von Bach-Werken für Klavier vierhändig. Außerdem erklingen Stücke aus "Játékok", ungarisch für "Spiele".

Von Kurtág ist es nicht weit zu György Ligeti (1923-2006), der an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater von 1973 bis 1989 Komposition unterrichtet hat, so wie der Russe Koroliov hier seit 1978 Klavier lehrt. Ligeti kommt zweimal zu Gehör: einmal mit sechs Stücken aus der Bartók gewidmeten "Musica ricercata", die uralte Wurzeln der Musik aufsucht, und mit sechs seiner ab 1985 komponierten Etüden. Die Verbindung in die Barockzeit verdeutlicht die Sonate Nr. 6 des Bergedorfer Weltstars Johann Adolph Hasse.

Ligeti sagte über sein Komponieren: "Ich suche dauernd nach einer Musiksprache, die nicht mehr die Avantgarde ist, aber auch nicht ins 19. Jahrhundert zurückkehrt. Meine tiefste Bewunderung gilt der 'Kunst der Fuge' von Bach und dem späten Beethoven." So stehen am Ende des Konzerts der "Contrapunctus 15" und "Fuga a 3 sogetti" aus der "Kunst der Fuge". Von Koroliovs Aufnahme dieses Werks schwärmte Ligeti, er würde sie auf die berühmte einsame Insel mitnehmen: "Koroliovs Bach würde ich, einsam verhungernd und verdurstend, doch bis zum letzten Atemzug immer wieder hören."

Evgeni Koroliov, Ljupka Hadzigeorgieva 10.3., 18.00, Rolf-Liebermann-Studio. Karten zu 25,70 unter T. 0180/178 79 80 oder www.ndrticketshop.de