Elbphilharmonie Konzerte

Zwischen Bebop und Hip-Hop

Robert Glasper Trio: Überbrachtes und Experimentelles

Mit seinen langen Dreadlocks sieht Robert Glasper aus wie ein jamaikanischer Reggae-Sänger. Doch der 29 Jahre alte Afro-Amerikaner spielt Jazz. Allerdings fühlt der Pianist eine große Zuneigung zum Hip-Hop, für einen Jazz-Puristen wie Wynton Marsalis das reine Teufelszeug. Dabei haben die Hip-Hop-DJs ihrerseits größten Respekt vor Jazz-Musikern und haben immer wieder Schnipsel aus deren Kompositionen für ihre Samples benutzt. Glasper geht den umgekehrten Weg. "Ich kann so spielen, dass ich wie ein gesampelter Loop klinge", verriet er dem "Spiegel".

Auf seinem im vergangenen Jahr erschienenen Album "Double Booked" experimentiert Glasper mit verschiedenen Sounds, doch die Basis seines Spiels ist immer noch die Tradition des Jazz von Swing bis Bebop. Der inzwischen in New York lebende Pianist ist kein Neutöner und Bilderstürmer, auch wenn er mit Hip-Hop herumexperimentiert. Aber das haben Wynton Marsalis' Bruder Branford, der Trompeter Roy Hargrove und andere auch schon getan. Geschadet hat es ihrer künstlerischen und stilistischen Entwicklung nicht.

Robert Glasper Trio 14.9., 20 Uhr, Laeiszhalle (Kleiner Saal). Nachholtermin für das am 31.5.2010 ausgefallene Konzert, Karten behalten ihre Gültigkeit