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Einige echte Überraschungen auf der IAA

Mission-E-Studie:
Der Porsche-Stromer
soll eine Reichweite
von 500 Kilometern haben

Mission-E-Studie: Der Porsche-Stromer soll eine Reichweite von 500 Kilometern haben

Foto: sp-x

Mehr als die üblichen Design-Spielereien. Audi und Porsche wollen US-Konkurrent Tesla in Sachen E-Auto übertrumpfen.

Der Opel Astra ist ein gut gemachtes Auto. Gleiches gilt für den VW Tiguan oder den Audi A4. Große Überraschungen liefern die drei Neuauflagen ebenso wenig wie die meisten anderen Serienfahrzeug-Premieren. Gut, dass es ein paar innovative Studien gibt.

Mehr als die üblichen Design-Spielereien haben die deutschen Premiumhersteller aufgefahren. Mercedes überrascht mit dem Concept IAA (Intelligent Aerodynamic Automobile), einer Stromlinienlimousine mit fast fugenloser Karosserie. Statt Türgriffen gibt es ein Touchpad in der B-Säule, anstelle von Außenspiegeln sorgen Kameras für die Sicht nach hinten.

Besonderer Clou sind aber ausfahrbare Luftleitbleche am Heck. Ab Tempo 80 verlängern sie die Karosserie um 39 Zentimeter, lassen die Luft sanfter abströmen und sorgen so für einen rekordverdächtigen cW-Wert von 0,19. Mercedes bricht mit dem windschlüpfigen Viersitzer eine Lanze für die verbrauchssenkenden Effekte guter Aerodynamik. Diese sind zuletzt etwas in Vergessenheit geraten, weil sie beim üblichen NEFZ-Verbrauchstest kaum zum Tragen kommen – was im Gegenzug auch die guten Prüfstand-Verbrauchswerte der SUV erklärt. Auf langen Autobahnetappen soll der Praxisverbrauch nun jedoch merklich sinken. Angetrieben wird der Mercedes von einem Hybridantrieb. Doch der bleibt im Vergleich mit den Aerodynamik-Tricks eher Nebensache.

Audi und Porsche wollen US-Konkurrent Tesla in Sachen E-Auto übertrumpfen

Im Zentrum steht die Antriebstechnik hingegen bei den Studien von Audi und Porsche. Die beiden Konzerngeschwister versuchen, sich mit ihren E-Modellen gegenseitig, vor allem aber den kalifornischen Pionier Tesla zu übertrumpfen. Der ist mit seinem erfolgreichen Oberklassestromer Model S beiden Marken seit Längerem ein Stachel im Blech. Porsche gibt daher nun mit dem Mission E einen Ausblick auf einen viersitzigen Elektro-Sportler, der mit 440 kW/600 PS Leistung aus zwei E-Motoren aufwartet und gleichzeitig eine Reichweite von 500 Kilometern bieten soll. Ähnliche Werte verspricht Audi für sein e-Tron Quattro Concept, dessen drei E-Motoren rund 368 kW/500 PS liefern. Neben der hohen Reichweite und der großen Leistung beeindruckt die angekündigte Ladezeit der Akkus: Beim Audi sollen sie schon nach 30 Minuten an der Starkstromsteckdose wieder fast voll sein, beim Porsche sogar in der halben Zeit. Bis die E-Modelle ans Netz gehen, dauert es aber noch etwas. Audi nennt zumindest schon einen Zeitpunkt: 2018.

Im Gegensatz zur Öko-Offensive der deutschen Hersteller setzen die Konzepte der Importeure vor allem auf Design. Gleich zwei Marken deuten an, wie sie sich künftige kleine SUV vorstellen. Relativ realistisch nähert sich Mazda dem Thema: Der Koeru zeigt die nächste Stufe des Crossover-Designs bei den Japanern und könnte einen Ausblick auf ein kommendes Modell zwischen dem Mini-SUV CX-3 und dem Kompaktmodell CX-5 geben. Weiter in die Zukunft schaut Nissan mit dem Gripz. Die besonders dynamisch gestaltete Mini-SUV-Studie vereint zur Imagewerbung drei Kernkompetenzen der Marke: Crossover-Design, Elektroantrieb und Sportwagentradition – so lehnt sich nicht nur das Design, sondern auch die Namenswahl an den Nissan Z an. Nebenbei könnte das zerklüftet gestaltete Konzeptfahrzeug einen Ausblick auf den nächsten Juke geben.

Zu den sympathischsten Schau­stücken zählt der Citroën Cactus M Concept. Das Crossover-Cabrio ist ein Wiedergänger des legendären Strand-Buggys Méhari, basiert nicht wie dieser auf der Ente, sondern auf dem preisgünstigen C4 Cactus. Der Clou der Studie sind wasserfeste Sitzbezüge und Wasserabläufe im Boden, die den kompletten Verzicht auf ein Verdeck möglich machen. Serie möglich!Dem Vernehmen nach könnte durchaus ein Serienmodell in Planung sein, auf das die Studie einen fernen Vorgeschmack gibt.

Keine Chance auf eine Serien­umsetzung hat hingegen der Peugeot Fractal – das vielleicht originellste Ausstellungsstück der Show. Das kleine Coupé ist mehr rollendes Tonstudio als konventionelles Beförderungsmittel. Der mit Schaumstoff ausgekleidete Innenraum bietet das perfekte Klangbiotop für die Surround-Soundanlage. Oder für die sorgfältig designten Geräusche von Blinker oder Elektroantrieb. Gleichzeitig gibt der futuristische Viersitzer aber auch einen Ausblick auf das künftige Cockpit-Design der Marke. Hingucker sind Zierstreifen aus Eiche und Kupfer oder das viereckige Lenkrad.

Internationale Automobilausstellung in
Frankfurt,
noch bis 27. September, täglich geöffnet von 9 bis 19 Uhr, Tickets ab 12 Euro, www.iaa.de