Ein Kleiner mit viel Platz

Foto: PR

Der neue Skoda Fabia Combi gibt sich familiär – dank vieler cleverer Extras und einem großzügigen Raumangebot.

Als Fünftürer macht er noch auf Lust und Lifestyle und gibt mit optionaler Zweifarblackierung sogar den bunten Hund. Doch wenn Skoda den neuen Fabia Ende Januar zu Preisen ab 13.090 Euro als Combi nachreicht, dann ist es mit der überbordenden Lebenslust vorbei: Platz statt Pep lautetet die Devise. Neun Zentimeter breiter als der Vorgänger und gegenüber der Limousine für 600 Euro Aufpreis um 27 Zentimeter auf 4,26 Meter gestreckt, legt der Fabia an Kofferraum zu: Sobald die um drei Zentimeter weiter nach unten gezogene Klappe aufschwingt, blickt man in ein Fach von 530 Litern. Und wenn man die Rücksitze umlegt, schluckt der kleine Kombi sogar 1395 Liter.

„Smartgate“ heißen vier neue Apps, die Fahrzeug-Infos aufs Handy spielen

Die Proportionen sind mit gestrecktem Radstand knackiger geworden, das Blech windet sich enger um die Karosse, die Linien sind klarer und die Leuchten brillanter. Schon der Fünftürer bietet eine solide Basis und ist zumindest in den gehobenen Modellvarianten fast so vornehm gestaltet wie der noble Vetter Audi A1: Hochwertige Kunststoffe, feinfühlige Schalter und große, brillante Displays mit Touch- und Wischfunktion zeugen von ehrgeizigen Ambitionen der VW-Tochter.

Und von ihrem Ideenreichtum. Denn genau wie für die Limousine gibt es für den Kombi 17 Simply-Clever-Details, von denen zehn neu sind in der Baureihe. Aber „simply clever“ sind nicht allein der fast schon obligatorische Eiskratzer im Tankdeckel, der Halter fürs Parkticket in der Frontscheibe oder die Gepäcknetze an den Flanken der Sitze. Sondern mittlerweile gibt es bei Skoda auch die ersten Gimmicks für die Generation iPhone: „Smartgate“ heißen vier Apps, die auf die Fahrzeugdaten zugreifen und dem Fahrer viele mehr oder minder sinnvolle, auf jeden Fall aber unterhaltsame Informationen auf sein Handy spielen – von den aktuellen Werten der Längs- oder Querbeschleunigung über eine individuelle Effizienzkurve bis hin zu Tacho, Drehzahlmesser oder Gurtwarner.

Bei der ersten Ausfahrt macht der Combi einen sehr erwachsenen Eindruck. Nur der Motor holt die Insassen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück – zumindest wenn man im Dreizylinder-Basismodell mit 75 PS unterwegs ist. Denn der 1,0-Liter-Motor knattert nicht nur laut und vernehmlich, sondern er braucht auch einen langen Atem. Zwar überrascht er an der Ampel mit einem ambitionierten Antritt. Doch spätestens hinter dem Ortsschild wird die Sache etwas zäh. Kein Wunder, dass der Combi mit seinen 95Nm stolze 14,9 Sekunden braucht, bis der Tacho Tempo 100 zeigt – und dass der Spaß bei 175 km/h schon wieder vorbei ist. Auch über den Verbrauch darf man sich nicht wundern. Wer halbwegs flott im Verkehr mitschwimmen möchte, der muss den Dreizylinder so sehr treten, dass er den Normwert von 4,8 Litern glatt vergessen kann.

Deshalb investiert man besser in eines der stärkeren Triebwerke. Nicht umsonst bietet Skoda zwei weitere Benziner mit 90 oder 110 PS sowie drei Diesel von 75 bis 105 PS an. Beim Griff in den Modularen Querbaukasten hat sich Skoda aber nicht nur Achsen, Motoren und Getriebe gesichert, sondern auch bei den Ausstattungen kräftig zugelangt – und bietet Extras wie ein schlüsselloses Startsystem, einen Auffahrwarner, die Multikollisionsbremse oder eine elektronische Differentialsperre. Wer da aus dem Vollen schöpft, ist preislich schnell bei 25.000 Euro – dafür gibt es bei manchen Importeuren aus Fernost schon deutlich größere Modelle.