Neue Modelle

Es gibt Zuwachs in der BMW-Familie

Aus dem 1er-Coupé wird ein 2er und aus dem 3er-Cabrio ein 4er-Cabrio. Aber wieder eines ohne Stoffverdeck. So manche Gimmicks helfen zudem dabei, die Praxistauglichkeit im Alltag zu untermauern.

Nach dem 4er-Coupé legt BMW nun die Cabrio-Variante nach. Wer jetzt bestellen möchte, muss mindestens 46.300 Euro für den Basisdiesel 420d ausgeben. Für diesen Kurs gibt es 135 kW/184 PS und ein wirtschaftliches Trinkverhalten um die fünf Liter je 100 km (Normverbrauch) sowie die Effizienzklasse A. Die antriebstechnische Speerspitze bildet das Modell 435i (ab 54.000 Euro) mit 225 kW/306 PS und drei Liter großem Turbobenziner.

Im Vergleich zum auslaufenden 3er-Cabrio präsentiert sich das Design des neuen Modells evolutionär weiterentwickelt. Allerdings ist der Radstand um fünf Zentimeter gewachsen, was zu mehr Beinfreiheit im Fond führt. Tatsächlich lässt sich hinten ordentlich sitzen, wie eine erste Bestandsaufnahme zeigt, wenngleich der Münchener nicht gerade verschwenderisch mit dem Platz umgeht.

So manche Gimmicks helfen dabei, die Praxistauglichkeit im Alltag zu untermauern. Da gibt es beispielsweise das Knöpfchen, um das schwere, gefaltete Verdeck-Paket im Kofferraum anzuheben, während darunter Ladegut lagert. So besteht die Chance, auch mal an das hintere Abteil zu gelangen, ohne den Wagen gleich komplett schließen zu müssen. Apropos schließen: Das gelingt beim offenen Vierer sogar bei der Fahrt (bis 18 km/h) – damit nimmt er eine Sonderstellung ein, denn die aufwendigen Metallverdecke sind im Regelfall nur im Stand bedienbar.

Das Thema Bedienung ist generell erfreulich, denn die Kunden des Vorgängers müssen sich kaum umgewöhnen. Bis auf Detailverbesserungen einzelner Komponenten ist alles intuitiv handhabbar: Der iDrive-Controller sitzt am richtigen Fleck auf der Mittelkonsole, und klare, gut ablesbare Instrumente ersparen Verdruss. Markenumsteiger müssen natürlich mit etwas Eingewöhnungszeit rechnen angesichts immer komplexer werdender Funktionen, da macht die BMW-Mittelklasse keine Ausnahme. Schön, dass diese jetzt auch über das Headup-Display verfügen kann. Gegen 980 Euro Aufpreis werden die wichtigsten Informationen in die Frontscheibe projiziert.

Dieses Feature bleibt den 2er-Kunden leider immer noch verwehrt. Bei der Weiterentwicklung des kompakten Coupés, das jetzt im wahren Sinne des Wortes eine Nummer höher positioniert, setzte man ganz auf Non-Radikalismus. Rundlich anmutende Formen lassen den ansprechenden 2er bei grundsätzlich gleicher Silhouette im Vergleich zum Vorgänger etwas konventioneller aussehen, weniger drahtig kommt das heckgetriebene Coupé aber nicht daher. Die Preisspanne reicht von 29.950 Euro für den 220i mit 135 kW/184 PS bis 46.000 Euro für den M235i mit 240 kW/326 PS und Achtstufen-Sportautomatik.

Das Erscheinungsbild setzt sich bewusst deutlich von der 1er-Limousine ab; so besetzt der Zweitürer eine dynamische Nische, wie Marketingvorstand Ian Robertson erläutert. Auch bei ihm haben sich die Maße verändert: Die Karosserie wuchs um mehr als sieben Zentimeter, während der Radstand um drei Zentimeter zulegte. Nichtsdestotrotz bleibt der 2er ein Fahrzeug, in dem es sich vorn entspannter reisen lässt als auf der Rückbank. Das gilt grundsätzlich auch für das 4er-Cabrio. Ebenfalls beiden Offerten gemein ist eine komplette Sicherheitsausstattung, zu der auf Wunsch (520 Euro) auch eine Fußgängererkennung inklusive Bremsfunktion bis 60 km/h gehört.