Oberklasse-Limousine

Neues aus der 7er-Reihe: BMW rüstet das Flaggschiff auf

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Michael Specht

Optische und technische Modellpflege für die 7er-Reihe in der zweiten Hälfte seines Lebenszyklus. Spritverbrauch wurde um bis zu 25 Prozent reduziert.

Im Duell der Oberklasse-Limousinen zwischen BMW 7er und Mercedes S-Klasse haben die Bayern auf vielen wichtigen Märkten - auch dem deutschen - die Nase vorn. Damit das so bleibt, spendieren sie ihrem Flaggschiff für die zweite Hälfte seines Lebenszyklus eine Modellpflege. Äußerlich hat BMW sich beim 5,08 Meter langen Siebener bewusst zurückgehalten. Designchef Adrian van Hooydonk spricht von "Tiefe im Detail".

Dazu zählen für ihn nicht nur kleine Änderungen an Front und Heck, die mehr Sportlichkeit suggerieren sollen, oder Seitenblinker im Außenspiegel statt in der Chromspange im Kotflügel, sondern im Besonderen auch die spezielle LED-Technik der Frontscheinwerfer. "Der 7er ist so im Dunkeln klar von anderen BMW-Modellen zu unterscheiden", sagt van Hooydonk. Nicht weniger fortschrittlich sind die Änderungen unterm Blech. "Noch nie in der Geschichte von BMW hat sich hier im Zuge einer Modellpflege so viel geändert", betont Entwicklungschef Herbert Diess und verspricht weniger Durst bei mehr Leistung.

Sämtliche Motoren sind mit einer Achtgang-Automatik kombiniert, haben bis auf den V12 alle Start-Stopp-Funktion, nutzen die Bremsenergierückgewinnung und können zwischen 50 und 160 km/h antriebsfrei gleiten. Nebenaggregate arbeiten bedarfsgerecht, also nur dann, wenn es wirklich nötig ist, was Sprit spart. "Wir konnten den Verbrauch teils um bis zu 25 Prozent senken", erklärt Motoren-Entwickler Christian Schwarz.

Aushängeschild ist der 74 900 Euro teure Sechszylinder-Basisdiesel (730d) mit jetzt 258 PS. Ihn gibt der Hersteller mit lediglich 5,6 Liter pro 100 Kilometer beim Normverbrauch an, womit er zum sparsamsten Selbstzünder in dieser Klasse avanciert. Im 740d stehen 313 PS statt bisher 306 PS im Fahrzeugschein. Verbrauch: ähnlich gute 5,7 Liter Diesel. Neuling der Baureihe ist der 750d mit 381 PS und serienmäßigem Allradantrieb. Er gibt sich laut Normzyklus mit 6,4 Liter Diesel zufrieden und erfüllt bereits jetzt die ab 2016 geltende Abgasnorm Euro 6.

Außerhalb Europas aber geben weiterhin die Benziner den Ton an. Den Einstieg in die Welt des Siebeners bildet der Dreiliter-Sechszylinder-Twinturbo im 740i (80 700 Euro), der mit 7,9 Litern 21 Prozent weniger verbrauchen soll als zuvor. Da verschmerzt der Kunde die sechs PS Minderleistung (320 statt 326 PS) sicher gerne. Deutlich zulegen konnte dagegen der 4,4-Liter-V8 im 750i. Statt 407 PS leistet er jetzt 450 PS bei 8,6 Litern Verbrauch. Und weil hauptsächlich Asien, Arabien und Amerika danach verlangen, baut BMW auch weiterhin den geschmeidigen Zwölfzylinder in sein Top-Modell 760i (544 PS, 138 100 Euro) ein. In eine neue Richtung fährt der Siebener Active Hybrid (89 300 Euro). Hat der E-Motor zuvor nur bei der Beschleunigung geholfen, kann die Öko-Limousine nun vier Kilometer rein elektrisch zurücklegen und darf sich Full-Hybrid nennen.

Doch egal für welche Motorisierung sich der Siebener-Käufer entscheidet, jede für sich passt perfekt zum Charakter der Oberklasse-Limousine. Die Diesel sind ruhig und durchzugsstark, die Benziner geschmeidig und agil, die Achtgangautomatik erledigt ihre Aufgaben dezent und souverän aus dem Hintergrund. Das Fahren ist komfortorientiert. Zumal BMW auch das Fahrwerk überarbeitet hat und serienmäßig nun für alle Versionen an der Hinterachse eine Luftfederung einbaut.