Berlin. Unter den Küchenmaschinen mit Kochfunktion ist der Thermomix von Vorwerk mit Abstand die bekannteste. Welche Konkurrenten überraschen.

Mixer, Pürierstab, Küchenwaage, Kochtopf, Wiegemesser – wer leidenschaftlich gerne kocht, weiß, dass dabei ständig dutzende von Werkzeugen im Einsatz sind. Sie füllen nicht nur Küchenschränke, sondern können nach einem herrlichen Mahl auch noch für Frust sorgen. Denn alles muss abgewaschen oder zumindest in die Spülmaschine eingeräumt werden. Abhilfe versprechen Küchenmaschinen mit Kochfunktion, wie etwa der Thermomix von Vorwerk.

Der Thermomix ist seit über 50 Jahren das Synonym für Geräte, die nicht nur kneten, rühren und schnippeln, sondern auch kochen können. Lange Zeit gab es in dieser Form nichts Vergleichbares. Doch seit einigen Jahren sind auch andere Hersteller auf diesen Zug aufgesprungen. Wer dem Original wirklich Konkurrenz machen kann, hat IMTEST, das Verbrauchermagazin der FUNKE Mediengruppe, überprüft.

Thermomix und Co.: Küchengeräte mit Kochfunktion im Test

Die Kombination aus Koch- und Rührtopf bieten alle Testkandidaten, wodurch sie viele andere Küchengeräte ersetzen können. Der Wechsel von Rühren, Mischen, Zerkleinern und Kneten erfolgt anhand der Drehzahl und der Drehrichtung, die bei geführten Rezepten automatisch voreingestellt ist, aber auch manuell angepasst werden kann.

Zudem gibt es verschiedene Aufsätze, etwa um Sahne aufzuschlagen oder Gemüse in Scheiben zu raspeln. Bei den Modellen von Bosch und WMF sind verschiedenste Raspel- und Reibe-Aufsätze bereits im Lieferumfang enthalten. Beim Thermomix TM6 von Vorwerk und Monsieur Cuisine Smart von Silvercrest* müssen sie hingegen kostenpflichtig hinzugekauft werden. Zudem ist das Schneidemesser bei Vorwerk und Silvercrest ein fester Bestandteil des Mixtopfes. Hier verhindern demnach allein die gewählten Einstellungen, dass nicht jede Zutat in kleinste Stücke zerhackt wird.

Beim erwünschten Zerkleinern zeigten sich der Thermomix TM6 und der Monsieur Cuisine Smart* im Test allerdings auch extrem effektiv: In der IMTEST-Testküche verwandelten beide 100 Gramm Haselnüsse in zehn Sekunden auf höchster Stufe in ein gleichmäßiges Nussmehl.

Dabei sind die Maschinen zwar sehr laut – bis zu 108 Dezibel beim Thermomix TM6 und bis zu 105 Dezibel beim Monsieur Cuisine Smart. Das ist immerhin vergleichbar mit der Lautstärke eines Schlagbohrers. Dafür kriegten sie aber auch wirklich alles klein. Der Cookit und die Avantgarde produzierten unter gleichen Bedingungen hingegen nur gehackte Nüsse, was allerdings mit Maximalwerten von knapp unter 100 Dezibel auch etwas leiser möglich war.

Rezepte: Anleitung auf Bildschirm führt zu tollen Ergebnissen

Eine sogenannte „Guided-Cooking“-Funktion besitzen alle Modelle im Produkttest. Hierbei lässt es sich dank Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Anweisungen auf dem Bildschirm des Geräts ganz einfach und bequem kochen. So vergisst man nie wieder einen wichtigen Schritt oder eine essenzielle Zutat.

Doch ganz ohne eigenes Zutun geht es auch mit den Testkandidaten nicht: Meist ist entweder viel Werkzeug im Einsatz oder eben doch zusätzliche Handarbeit nötig. Im Test erledigte der Cookit von Bosch* beim Gulasch-Kochen noch am meisten Schneide- und Vorbereitungsarbeiten. Das zog aber auch ein umfangreiches Abwaschprogramm der Aufsätze während und nach dem Kochen nach sich. Zudem mussten gehackte Zwiebeln, Möhren und Paprika in separaten Schüsseln zwischengelagert werden, bis sie schließlich im Topf landeten.

Der IMTEST-Testsieger Cookit von Bosch überzeugte mit guten Kochergebnissen, vielseitigen Funktionen und guter Ausstattung.
Der IMTEST-Testsieger Cookit von Bosch überzeugte mit guten Kochergebnissen, vielseitigen Funktionen und guter Ausstattung. © Bosch | Bosch

Die Konkurrenten von Vorwerk, WMF und Silvercrest forderten die Zutaten hingegen in der richtigen Kochreihenfolge, setzten dabei aber viel Schneidearbeit von Hand voraus. Denn wenn das Fleisch als Erstes im Topf schmorte, ließen sich etwa Zwiebeln oder Paprika darin nicht mehr schneiden. Die Gulasch-Ergebnisse waren am Ende aber bei allen Testkandidaten schmackhaft und gut durchgegart. Am schnellsten gelang das Thermomix-Rezept, das von den Testessern zudem am besten bewertet wurde.

Stromverbrauch für Kochen, Backen und Standby

Der Stromverbrauch fällt bei den Küchenmaschinen im Test verhältnismäßig niedrig aus. Mit gemessenen Leistungsspitzen von 962 Watt (WMF Avantgarde) bis 1214 (Monsieur Cuisine Smart) sind die Kandidaten verbrauchstechnisch vergleichbar mit leistungsstarken Küchenmaschinen ohne Kochfunktion. Die vergleichsweise geringe Leistungsaufnahme machen die Geräte für banale Aufgaben, wie etwa Wasserkochen, aber auch nahezu untauglich. Das dauert nämlich vergleichsweise lange.

So konnte der Monsieur Cuisine Smart im Test einen Liter Wasser mit knapp unter fünf Minuten noch am schnellsten zum Kochen bringen. Im Thermomix TM6 dauerte das hingegen über neun Minuten. Erst die Kombination aus Rühren, Schneiden und Kochen ist am Ende also oft zeit- und damit energiesparender als der Einsatz von Herdplatte, Küchenmixer und Pürierstab.

Fazit: Thermomix knapp geschlagen – zwei Küchenmaschinen im Test stärker

Der Vorwerk Thermomix TM6 ist und bleibt der Klassiker, aber Bosch und WMF haben im Test trotzdem leicht die Nase vorn – vor allem wegen des üppigeren Lieferzubehörs. Die größeren Töpfe (3 statt 2,2 Liter) sind ebenfalls Pluspunkte, insbesondere für Familien. In der Handhabung liegen die ersten drei Plätze hingegen sehr dicht beieinander und auch im Preis nehmen sie sich nicht viel. Eine deutlich günstigere Alternative ist der Preis-Leistungssieger von Silvercrest, der im Test dennoch gut mithielt.

1. Platz: Cookit – Bosch / IMTEST Testsieger-Siegel Ausgabe 4/2024

Preis: 1399 Euro

Ab 1399 Euro über expert.de* und Mediamarkt.de*

Der Testsieger punktete im IMTEST-Labor mit guten Kochergebnissen, vielseitigen Funktionen und guter Ausstattung.

+ Gute Kochergebnisse im Test, viele Einsätze beim Kauf dabei.

– Haselnüsse wurden im Test nur grob gehackt statt gemahlen.

Ergebnis: gut 1,9

2. Platz: Avantgarde – WMF

Preis: 1299 Euro

Ab 1299 Euro via Amazon* und Otto*

Die Zweitplatzierte überzeugte im Test mit einer guten Ausstattung, schnitt im Praxiseinsatz aber etwas schlechter ab.

+ Kochergebnisse im Test lecker und mit guten Gar-Graden.

– „Gemahlene“ Nüsse wurden im Test nur grob gehackt.

Ergebnis: gut 2,0

3. Platz: Thermomix TM6 – Vorwerk

Preis: 1499 Euro

Der Platzhirsch landet vor allem wegen der vergleichsweise bescheidenen Start-Ausstattung hinter der Konkurrenz.

+ Schmackhafteste und schnellste Kochergebnisse im Testfeld.

– Geringstes Mixtopf-Volumen (2,2 Liter), Zubehör hochpreisig.

Ergebnis: gut 2,0

4. Platz: Monsieur Ciusine Smart – Silvercrest / IMTEST Preis-Leistungssieger-Siegel Ausgabe 4/2024

Preis: 499 Euro

499 Euro im Lidl-Onlineshop*

Der Preis-Leistungssieger konnte im Test trotz enormem Sparpotenzial mit guten Koch- und Backergebnissen punkten.

+ In vielen Punkten mit der Konkurrenz vergleichbar, sehr preiswert.

– Im Test zum Teil sehr laut, keine Garantie vom Hersteller.

Ergebnis: gut 2,2

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