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Bahnstreik oder Urlaub: Wenn Sie einen Mietwagen brauchen

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Max Mergenbaum
Corona: Das sind die aktuellen Hochrisikogebiete in Europa

Corona- Das sind die aktuellen Hochrisikogebiete in Europa

Weltweit steigen aktuell die Coron-Infektionszahlen. Vor allem viele Urlaubsländer in Europa wurden als Hochrisikogebiete eingestuft.

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Bahnstreik und Corona-Krise treiben die Preise für Mietautos in die Höhe. Mit diesen Tipps kommen Verbraucher gut und günstig ans Ziel.

Berlin. Ob es am Streik der Lokführer liegt, an den Folgen der Corona-Pandemie oder an den bevorstehenden Herbstferien, ist nicht abschließend zu klären. Fest steht: Wer diesen Herbst mit dem Mietwagen in den Urlaub oder zu den Verwandten fahren will, sollte gründlich die Preise vergleichen. Wer entspannt an der Ostseeküste cruisen oder die Umgebung von München erkunden will, muss für eine Woche bereits 300 Euro und mehr hinblättern. Dagegen ist ein Kleinwagen für Mallorca aktuell noch für weniger als 200 Euro zu bekommen.

Vergleichsportale können helfen

Bei der Suche helfen können Vergleichsportale, die das Angebot vieler Autovermieter bündeln. Der Geld-Ratgeber Finanztip hat kürzlich 25 Vergleichsportale für Leihwagen näher untersucht. Mit Abstand am besten schnitt das Angebot von Check24 ab. Auch der Anbieter billiger-mietwagen.de konnte überzeugen.

Praktisch in Corona-Zeiten: Einmal gebuchte Angebote lassen sich auf beiden Portalen bis 24 Stunden vor Mietbeginn kostenlos stornieren. Für Fragen steht zudem ein deutschsprachiger Telefonservice zur Verfügung. Lesen Sie auch: Strom, Handy und Co. – Warum treue Kunden oft mehr zahlen

Früh buchen und flexibel sein

Auch bei der Mietwagensuche gilt: Früh buchen lohnt sich. Wer jetzt ein Leihfahrzeug für einen Ostsee-Urlaub Mitte Oktober reserviert, ist locker 60 bis 70 Euro günstiger unterwegs, als wenn es schon nächste Woche losgehen soll. Im EU-Ausland ist die Ersparnis oft sogar noch größer.

Sich beim Abhol- und Rückgabedatum flexibel zu zeigen, kann sich ebenfalls lohnen. Auch Abholort und Mietdauer sind Stellschrauben, an denen Verbraucherinnen und Verbraucher drehen und so möglicherweise sparen können. Auch interessant:Sieben fiese Fallen: Die neuen Tricks der Internetbetrüger

Diese Extras sind sinnvoll

Glas- und Reifenschäden sowie Dach- und Unterbodenschäden gehören im Normalfall nicht zur Vollkasko und kosten extra. Sie können aber sinnvoll sein, gerade wenn das Reiseziel ein Land mit schlecht ausgebauten Straßen ist. Die beste Tankregelung ist „voll – voll“. Dabei wird der Wagen vollgetankt übernommen und so auch wieder zurückgebracht. So lässt sich der eigene Verbrauch leichter überprüfen.

Auf teure Extras wie Navigationsgeräte oder die Mietgebühr für den Kindersitz sollten Urlauber dagegen nach Möglichkeit verzichten. Navigieren kann man schließlich auch mit dem eigenen Handy. Im Idealfall bringt man den passenden Kindersitz selbst mit. Sich das Fahren zu zweit aufzuteilen, ist zwar sinnvoll, kann aber auch mit rund 10 Euro pro Tag zu Buche schlagen. Auch interessant:Zehn Tipps – Wie Sie beim Feilschen viel Geld sparen können

Der Preis ist nicht alles

Dennoch sollten Verbraucher bei der Suche nach einem Mietwagen nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf einige Mindestbedingungen. Dazu gehört ein ausreichender Versicherungsschutz. Eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung ist zwar teurer, erspart einem im Schadenfall aber hohe Kosten. Genauso wichtig: die Haftpflichtversicherung. Deren Deckungssumme sollte möglichst hoch sein, gerade bei Leihwagen im Ausland. Denn dort sind die gesetzlich vorgeschriebenen Deckungssummen oft deutlich niedriger als in Deutschland. Ideal sind zehn Millionen Euro, weit darunter sollten Angebote nicht liegen.

Autobesitzer oft schon abgesichert

Wer ein eigenes Auto besitzt, hat oft bereits eine „Mallorca-Police“ als Bestandteil seiner Kfz-Versicherung. Diese Zusatzversicherung hebt die Haftpflichtsumme von Mietwagen im europäischen Ausland auf deutsches Niveau. Um welche Länder es sich genau handelt, verrät ein Blick in die Vertragsbedingungen. Mit weltweiter Gültigkeit, zum Beispiel in den USA, heißt der Schutz Traveller-Police.

Mietvertrag genau prüfen

Leider kommt es immer wieder vor, dass Vermieter am Urlaubsort oder Schalter versuchen, Kunden über den Tisch zu ziehen. Nutzer von Vergleichsportalen sollten wissen, dass sie im Anschluss an die Buchung lediglich einen Gutschein, den sogenannten Voucher, erhalten, der ihnen ein Angebot entsprechend ihrer Auswahl garantiert. Den eigentlichen Vertrag schließen Kunden erst bei der Fahrzeugübergabe mit der Mietstation ab. Verbraucher sollten also genau im Kopf haben, was sie über das Portal gebucht haben, und sichergehen, dass der Mietvertrag vor Ort keine zusätzlichen Leistungen enthält, die sie gar nicht wollten.

Die richtige Karte dabeihaben

Bei der Abholung sollten Kunden darauf achten, eine „richtige“ Kreditkarte dabeizuhaben, und zwar im doppelten Sinn: Zum einen akzeptieren die meisten Mietstationen nur „echte“ Kreditkarten, keine Prepaid- oder Debitkarten. Zum anderen muss die Karte in der Regel auf den Hauptfahrer ausgestellt sein. Wer sich unsicher ist, sollte sich vorher informieren, wie die Kaution hinterlegt werden muss. Wichtig: Kunden sollten unbedingt die Geheim-PIN der Karte kennen, da diese meist beim Blocken des Kautionsbetrags abgefragt wird. Lesen Sie dazu auch:Das ändert sich beim Zahlen mit der Kreditkarte im Netz

Bei der Übergabe Zeit lassen

Die Fahrzeugübergabe will jeder möglichst schnell hinter sich bringen. Diesem Impuls sollten Verbraucher aber nicht nachgeben und sich auch vom Vermieter nicht hetzen lassen. Stattdessen sollten sie darauf achten, dass alle Vorschäden in einem Protokoll dokumentiert werden. Fotos vom Fahrzeug, Kratzern, Tankanzeige und Kilometerstand geben zusätzliche Sicherheit. Das Gleiche gilt für die Rückgabe.

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Der Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der Finanztip-Stiftung.

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