Coronavirus

Delta-Variante angeblich so ansteckend wie Windpocken

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Anne-Kathrin Neuberg-Vural
Testpflicht für Reiserückkehrer ab Sonntag

Testpflicht für Reiserückkehrer ab Sonntag

Ab kommenden Sonntag soll eine allgemeine Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer gelten. Die Verordnung sollte am Freitag vom Bundeskabinett beschlossen werden.

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Ist die Delta-Variante so ansteckend wie die Windpocken? Eine Immunologin ordnet ein Papier aus den USA ein - und gibt Entwarnung.

Berlin. In einem neuen Papier der US-Seuchenbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) äußern sich Experten besorgt: Die Delta-Variante des Coronavirus sei „genauso ansteckend wie Windpocken“, heißt es darin.

Die Mutation sei deutlich ansteckender als andere bekannte Varianten des Coronavirus, schlussfolgern die Experten nach Analyse mehrerer Studien. Sie halten das Auftreten von sogenannten Durchbruchsinfektionen bei Geimpften bei der Delta-Variante für wahrscheinlicher.

Laut der „New York Times“ ist das Papier und die darin enthaltene Warnung die Basis für die geänderte Haltung der Behörde zur Maskenpflicht gewesen. Doch die präsentierten Erkenntnisse sind nicht neu, lediglich die drastische Wortwahl. So heißt es in dem Papier etwa mit Blick auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie: Man müsse „anerkennen, dass sich der Krieg verändert“ habe.

Corona: CDC-Papier auch politisch motiviert

Christine Falk, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, vermutet dahinter auch eine politische Motivation: „Die USA haben den Kardinalfehler begangen, Maskenpflicht, Abstands- und Hygieneregeln zu früh aufzuheben“, sagt die Professorin unserer Redaktion.

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„Hier in Deutschland war sehr vielen Leuten schon immer klar, dass wir auf diese Maßnahmen nicht einfach verzichten können, nur weil nun Menschen geimpft sind, das betont auch das RKI.“ Die USA lieferten dafür nun lediglich den Beweis.

Dass man jetzt wieder zurückrudern muss, nachdem zu früh gelockert wurde, müsse man irgendwie vor der Bevölkerung begründen, so Falk. Es brauche „ein dramatisches Szenario, um die Bevölkerung wieder einzufangen“. Aus Sicht von Falk enthalte das Papier aber keine grundlegend neuen Informationen.

Impfung schützt auch bei Delta

„Viele Experten erzählen schon lange, dass sich auch Geimpfte infizieren können“, erklärt die Immunologin. Das liege daran, dass nicht jede Person gleich stark auf die Impfung reagiere, die Impfantwort sehr individuell sei, wie Studien bereits zeigen.

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„Diese wenigen geimpften Infizierten können dann ebenfalls Virus produzieren und andere auch anstecken“, so Falk. „Aber sie werden nicht so schwer krank.“ Der große Vorteil für Geimpfte.

Die Immunologin bestätigt, dass die Delta-Variante aktuell tatsächlich die ansteckendste Corona-Mutation ist und eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht – insbesondere in Innenräumen. „Dass Delta so infektiös wie Windpocken ist, die über mehrere Meter über die Luft übertragen werden können, so weit würde ich aber nicht gehen“, sagt Falk.

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