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Stiftung Warentest: Mundwässer zum Verdünnen fallen durch

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Mundspülungen können eine sinnvolle Ergänzung zum Zähneputzen sein. Von Mundwässern zum verdünnen sollten Verbraucher aber die Finger lassen.

Mundspülungen können eine sinnvolle Ergänzung zum Zähneputzen sein. Von Mundwässern zum verdünnen sollten Verbraucher aber die Finger lassen.

Foto: Catherine Waibel / dpa

Gute Zahnpflegeprodukte sind nicht teuer. Aber: Zu Mundwässern zum Verdünnen sollten Verbraucher laut Stiftung Warentest nicht greifen.

Berlin. Halten Mundwasser zum Verdünnen, was sie versprechen? Die Stiftung Warentest hat es überprüft und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Verbraucher sollten sich das Geld sparen.

Weder gegen Zahnbelag noch gegen Zahnstein oder Zahnfleischentzündungen seien Wirkstoffe in ausreichender Menge enthalten – diese Mundwässer dürften nicht mal gegen Mundgeruch wirken, schreiben die Tester nach einer Untersuchung von sieben in Supermärkten oder Drogerien erhältlichen Produkten in ihrer Zeitschrift „test“ (Ausgabe 2/2021).

„Warentest“: Sechs von sieben Produkten fallen durch

Auch Kariesprophylaxe leisten Mundwässer zum Verdünnen nicht – und zwar grundsätzlich. Denn: Um vorbeugend gegen Karies wirken zu können, müssten sie deutlich mehr vom Spurenelement Fluorid enthalten, als es die entsprechende EU-Kosmetikverordnung zulässt, berichten die Warentester.

Das Ergebnis: Sechs der sieben getesteten Mundwasser zum Verdünnen bekamen die zweitschlechteste Note „mangelhaft“. Ein Produkt wurde noch mit „ausreichend“ bewertet – aber auch nur, weil es im Gegensatz zu den anderen Mitteln nicht mit unbelegten Versprechen aufgefallen war.

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Mundspülungen schneiden weitaus besser ab

Die Stiftung hat jedoch auch frei erhältliche Mundspülungen getestet – mit weitaus besserem Ergebnis: Die meisten der 13 in dieser Kategorie getesteten Produkte enthalten ausreichend Fluorid und sorgen damit den Testern zufolge für eine gute bis sehr gute Kariesprophylaxe.

Dennoch sind auch Mundspülungen nicht uneingeschränkt zu empfehlen: Zwei Produkte enthalten kein Fluorid und wurden deshalb auch schlechter als die anderen bewertet. Doch das Gesamtbild ist deutlich besser als bei den Mundwässern: Sieben von 13 Mundspüllösungen wurden insgesamt mit „gut“ bewertet.

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Die billigsten Produkte mit dem besten Ergebnis

Allerdings: Zur Prophylaxe von Parodontitis enthielt keine der Spülungen ausreichend Wirkstoff. Die meisten Produkte beugen aber deren Vorstufe, der Zahnfleischentzündung (Gingivitis), vor. Sie helfen zudem gegen Zahnstein, Zahnbelag sowie Mundgeruch und stärken dem Test zufolge den Zahnschmelz.

Einige der preisgünstigen Produkte schnitten am besten ab. Vorne lagen die Eigenmarken Edeka Elkos (Dentamax Zahnfleischpflege Mundspülung), Kaufland Bevola (Mundspülung Mint), Lidl Dentalux (Mundspülung Fresh Mint Zähne + Zahnfleisch Intensivschutz) und Rossmann Prokudent (Zahn- Zahnfleisch Mundspülung). Sie bekamen allesamt die Gesamtnote 1,6 – und kosten 0,72 bis 0,79 Euro für 500 Milliliter.

Mundspülungen ersetzen nicht das Zähneputzen

Grundsätzlich gilt: Mundspülungen ersetzen nicht das Zähneputzen. Sie können aber eine sinnvolle Ergänzung sein – vor allem für Menschen, die anfällig für Karies sind. Oder wenn einem das Benutzen von Zahnbürste und Zahnseide aus motorischen Gründen schwer fällt. Auch Zahnspangenträger sollten laut Stiftung Warentest spülen.

Kinder dürfen ab etwa sechs Jahren Mundspülungen nutzen. Maßgeblich ist, dass sie diese nach der Verwendung sicher wieder ausspucken. Heranwachsende sollten nach Empfehlung der Warentester nur solche Produkte verwenden, die frei von Alkohol und Zinksalzen sind. (fmg/dpa)

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