Medizin

Sucht nach Nasenspray – So gefährlich können die Folgen sein

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Der Herbst ist da und mit ihm steigt auch das Infektionsrisiko für Krankheiten. 5 Tipps für ein starkes Immunsystem!

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Rund 160.000 Deutsche sind süchtig nach Nasenspray. Experten erklären, welche schwerwiegenden Folgen ihre Abhängigkeit haben kann.

Berlin.  Vor allem während der kälteren Jahreszeiten ist der menschliche Organismus anfällig für Erkältungen und Schnupfen mit zähem Schleim. Um die Symptome schnellstmöglich zu lindern, greifen Betroffene deswegen häufig zu abschwellenden Nasensprays , die ihnen das Durchatmen wieder erleichtern sollen.

Verschreibungspflichtig sind diese in aller Regel nicht, sollten jedoch maximal ein bis zwei Wochen lang eingenommen werden. Denn: Nasensprays können süchtig machen. Tatsächlich, so schätzen Expertinnen und Experten, leben hierzulande circa 160.000 Menschen, die abhängig davon sind, ihre Nasenschleimhäute durch regelmäßige Sprühstöße beim Abschwellen zu unterstützen. Auch interessant: Darum ist Honig bei Erkältung und Husten effektiver als Antibiotika

Nasenspray-Sucht kann Löcher in der Nasenscheidewand verursachen

Dieser leichtfertige Umgang mit Nasenspray kann zusätzlich zur Abhängigkeit weitere schwerwiegende Folgen haben und unter Umständen gar eine Operation nach sich ziehen. Denn: Nicht selten entstehen durch die kontinuierliche Einnahme abschwellender Sprays gefährliche Löcher in der Nasenscheidewand , wie Murat Dağdelen, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, unserer Redaktion erklärt.

Doch welche Inhaltsstoffe entsprechender Arzneien sind es, die Konsumentinnen und Konsumenten abhängig machen? „Abschwellende Nasensprays enthalten den Wirkstoff Xylometazolin, der grundsätzlich nicht gefährlich ist“, erklärt Dağdelen.

Über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann sich die Nasenschleimhaut jedoch an die gefäßverengende Substanz gewöhnen. „Und verlangt dann entweder nach einer höheren Dosierung oder einer häufigeren Anwendung des Nasensprays.“ Lesen Sie mehr: Corona, Grippe oder Erkältung - Wie Sie Symptome richtig deuten

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Nasenspray kann Schleimhäute austrocknen

Eine Folge dessen kann das sogenannte Rebound-Phänomen sein: Sobald die Wirkung des Nasensprays nachlässt, schwellen die Schleimhäute übermäßig an, was Betroffene dazu verleitet, erneut zum Medikament zu greifen. Übermäßiger Konsum führe darüber hinaus dazu, dass die Nasenschleimhaut der Konsumentinnen und Konsumenten austrocknet.

Laut Dağdelen können sich dann Krusten bilden und im schlimmsten Fall sogar Löcher in der Nasenscheidewand und den Nasenschleimhäuten entstehen. Kleinere Löcher verursachen zunächst oft nur pfeifende Atemgeräusche, größere hingegen Atembeschwerden .

Betroffene sollten sich deshalb frühestmöglich an eine Medizinerin oder einen Mediziner wenden. Denn: „Die Nase kann einfallen, sodass die Nasenscheidewand komplett entfernt und anschließend wieder eingesetzt werden muss“, warnt der plastische Chirurg.