Gastronomie

Genussexperte Rindchen isst diesmal im Restaurant Theo’s

Restaurant Theo's im Grand Elysée Hamburg

Restaurant Theo's im Grand Elysée Hamburg

Foto: krischerfotografie / Grand Elysée Hamburg

Gerd Rindchen testet diesmal Eugen Blocks Premium-Steakhaus im Grand Elysée in Hamburg. Dort gibt es nicht nur Fleisch.

Hamburg. Mit soliden, verlässlichen und berechenbaren Steakspezialitäten hat sich Eugen Block von Hamburg aus sein gas­tronomisches Blockhouse-Imperium aufgebaut. Was aber kommt dabei heraus, wenn solch ein ehrgeiziger Perfektionist beschließt, in seinem Flaggschiffobjekt Grand Elysée ein Premium-Steakhaus der Superlative zu errichten?

Etwas sehr Spannendes, was unter anderem daran liegt, dass Herr Block, ohnehin bekannt als recht fordernder Arbeitgeber, seinen charismatischen und kompetenten Küchendirektor Peter Sikorra gleich zweimal dazu gezwungen hat, seine New-York-Urlaube zu verlängern, um sich dort ausgiebigst Inspirationen in einigen der besten Steakhäuser der Welt zu holen. Diesen Tort hat ­Sikorrra, ohnehin mit einem robusten Naturell gesegnet, seelisch recht gut verkraftet und die Steilvorlage brillant genutzt. Und so ist 2015 mit dem Theo’s ein Eldorado für Steakfans entstanden, wie es seinesgleichen sucht.

Gleich neben dem Edel-Steakhaus im Theo´s ist die Oyster Bar

Wer nicht gleich den fleischlichen Genüssen frönen möchte, kann sich vorweg erst mal mit den qualitativ exzellenten Spezereien aus der benachbarten Oyster Bar einstimmen: Die Theo’s Seafood Selection on the rocks für zwei (29 Euro p. P.) umfasst einen halben Massachusetts Lobster, je zwei Fines-de-Claire-, Sylter-Royal- und Donegal-Austern, vier Rotgarnelen sowie sechs Crevettes Rosé mit Safranmayonnaise und ist ein festlicher Einstieg in den Abend. Auch nett: die dreierlei Theo’s Starter (19 Euro p. P.) mit großartig angemachtem Beeftatar, Avocadotatar und Sashimi vom Öra King Salmon.

Aber das ist alles nur, wenngleich köstliches, Vorgeplänkel für das one and only Signature Dish des Hauses: das Porterhouse- oder T-Bone-Steak höchster Qualität vom US Dry Aged Prime Beef. Junge Black-Angus-Graswiesenrinder aus Nebraska mussten dafür ihr Leben lassen, und in der hauseigenen Block-Schlachterei hat Peter Sikorra immer den ersten Zugriff auf die besten abgehangenen Fleischstücke.

Diese werden dann in 700 bis 900 Gramm (Porterhouse) oder 500 bis 700 Gramm (T-Bone­) großen Einheiten am Knochen im Southbend–Grill mit 800 Grad gegrillt und landen unfassbar saftig, kross und karamellisiert auf den Tellern der geflashten Genießer. Dazu lockt ein Reigen kunstvoll komponierter Beilagen: Die unvergleichlichen French Fries nach Geheimrezept (nicht vegan), das getrüffelte Kartoffelpüree, das ganz subtil und ohne (!) das berüchtigte synthetische Trüffelöl daherkommt, dreierlei Pilze und pikanter Erdnuss-Blattspinat, alles umrahmt von Theo’s Beef Dip, Theo’s Beef Spice und einer feinen Sauce béarnaise.

Die Preise im Edel-Steakhaus sind fair

Das Ganze ist sogar recht fair ausgepreist, denn im Gegensatz zu manch anderem Edel-Steakhaus, das gerne mal jede einzelne Beilage mit 6 bis 7 Euro berechnet, kostet hier das Gesamtpaket 14 Euro pro 100 Gramm Fleisch. So ist man beispielsweise bei einem 700-Gramm-Porterhouse, durch zwei geteilt, mit 42 Euro all include pro Nase dabei. Ebenfalls erfreulich sind der außerordentlich zugewandte und kompetente Service und das noble Ambiente mit seinen gediegenen Ledersesseln, das den geneigten Gast im Geiste spornstreichs in die Fifth Avenue versetzt.

Die kompakte Weinkarte (Tipp: Auch die Weißweine sollten Sie unbedingt im Rotweinglas bestellen!) ist weitgehend überraschungsfrei und umfasst die sattsam bekannten Namen, welche die Harvestehuder Hautevolee auch in ihren heimischen Klimaschränken vorfindet. Löblich ist, dass einige sehr gute Weine offen ausgeschenkt werden, so der Pouilly-Fumé von Henri Bourgeois (unschlagbar zum Seafood!) für 16,80 Euro pro 0,25 l und 49 Euro pro Flasche oder der toskanische Le Volte (0,25 l für 20,50 Euro, Flasche 59 Euro).

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Wer den perfekten Begleiter zum Steak haben möchte, nimmt aber noch ein wenig mehr Geld in die Hand und ordert den 2012er Pesquera Crianza (90 Euro), seinerzeit noch von Altmeister Alejandro Fernández persönlich gekeltert. Dann steht einem kulinarisch und bacchantisch rundum beglückenden Abend nichts mehr im Wege.