Technik

IFA: Huawei will trotz Google-Bann deutsche Käufer locken

Huawei-Deutschland-Chef William Tian

Huawei-Deutschland-Chef William Tian

Foto: Huawei

Der chinesische Hersteller Huawei ist anders als viele andere Mobilfunkgrößen auf der IFA in Berlin präsent. Das plant der Konzern.

Berlin. Samsung: hat eine IFA-Teilnahme abgesagt. Sony: bleibt der Technikmesse in diesem Jahr fern, genauso wie Lenovo, Philips und zahlreiche weitere IFA-Stammgäste. Zu den größten der verbliebenen Aussteller vor Ort zählt der chinesische Hersteller Huawei.

„Die IFA war für uns immer sehr wichtig, das ist auch dieses Jahr nicht anders“, sagte Huaweis Deutschland-Chef William Tian unserer Redaktion. „Die Voraussetzungen sind 2020 andere, das wissen wir, aber es gibt auch dieses Jahr Themen, über die wir sprechen wollen.“

Huawei spricht auf der IFA bei seiner Präsentation über 5G

Am Donnerstag sprach Huawei auf der IFA im Rahmen einer Präsentation über 5G, vernetzte Geräte und zeigte aktuelle Produkte.

Neben seinem neuen Highend-Notebook MateBook X Pro und dem Hi-Fi-Lautsprecher Sound X hat der Hersteller die Brille Gentle Monster mit eingebauten Lautsprechern im Gepäck sowie zwei bereits erschienene Geräte: Das Tablet MatePad Pro und die seit Mai erhältlichen Oberklasse-Smartphones der P40-Reihe.

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„Faltbare Smartphones werden ihren Platz im Markt finden“

Mit dem Mate Xs kann Huawei, wie Mitbewerber Samsung, zudem ein vielleicht zukunftsweisendes Falt-Smartphone vorweisen, das sich leicht zum Tablet aufklappen lässt. „Faltbare Smartphones werden in den kommenden Jahren sicherlich ihren festen Platz im Markt finden“, sagte Deutschland-Chef Tian.

Noch sind die Geräte allerdings mit über 2000 Euro für viele unerschwinglich. „In Zukunft kann sich das durchaus ändern“, meinte Tian.

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Keine Google-Dienste mehr auf Huawei-Geräten

Huawei steckt in einer herausfordernden Situation. Seit einem dürfen die Chinesen keine Google-Dienste mehr auf eigenen Smartphones oder Tablets anbieten.

Android-Nutzer in Deutschland, die an Google-Apps wie den Play Store, Google Maps und Co gewöhnt sind, müssten sich auf den technisch teils hervorragenden Huawei-Geräten umgewöhnen. Seit Monaten baut Huawei daher seinen eigenen App-Store AppGallery stetig aus.

64 der Top 100 Apps in der AppGallery zu finden

Dafür hat man weltweit rund 7000 Entwickler angeheuert und auch das Entwicklerteam in Deutschland aufgestockt, erklärt Tian. „Mittlerweile haben wir schon 64 der Top 100 der hierzulande wichtigen Apps in die AppGallery integriert.“ Viele weitere ließen sich per Suchfunktion bei anderen Quellen finden und installieren.

Erstmals verkaufte Huawei im letzten Quartal weltweit die meisten Smartphones. Hierzulande liegt Huawei hinter Samsung und Apple. Laut Tian will der Hersteller „diese Position nicht nur halten, sondern auch verbessern“.