Naturkosmetik

Stiftung Warentest: Günstige Naturkosmetik-Produkte sind gut

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Der Test zeigt: Nicht alles, was grün daherkommt, ist auch Natur pur. Ausgerechnet zwei teure Produkte fallen durch.

Berlin. 
  • Stiftung Warentest hat unterschiedliche Naturkosmetik-Produkte getestet
  • Mehr als die Hälfte aller Produkte für normale Haut schnitten gut ab
  • Ausgerechnet zwei der teuersten Cremes konnten allerdings nicht überzeugen – und erhielten lediglich das Prädikat mangelhaft

Der Umsatz rein pflanzenbasierter Naturkosmetik hat sich zwischen 2008 und 2018 auf 1,26 Milliarden Euro verdoppelt – Natürlichkeit boomt. Dennoch zeigt sich im Gesichtscreme-Test der Stiftung Warentest, dass längst nicht alles, was grün daherkommt, auch Natur pur ist.

Die Verbraucherexpertinnen und -experten haben insgesamt 14 Produkte miteinander verglichen. Darunter zertifizierte Naturkosmetik der Marken Weleda, Sante, Lavera und fünf konventionelle Gesichtscremes mit grünem Touch, beispielsweise von Nivea und Garnier.

Stiftung Warentest: Das wurde getestet

Demnach schnitten mehr als die Hälfte aller Produkte für normale Haut gut ab. Ausgerechnet zwei der teuersten Cremes konnten allerdings nicht überzeugen – und erhielten lediglich das Prädikat mangelhaft.

  • Im Praxistest untersuchten je 20 Probandinnen die ausgewählten Cremes unter anderem auf ihre Feuchtig­keits­anreicherung, Anwendung und Pfle­geeigenschaften.
  • Zusätzlich wurden die Produkte von fünf Fachleuten im Labor auf kritische Duft­stoffe hin getestet.
  • Auch ihr Anteil an Stoffen natürlichen Ursprungs wurde analysiert.

Naturkosmetik versus konventionelle Cremes: Pflege und Anwendung

Wie viel Natur steckt also in konventionellen Gesichtscremes mit grünem Anstrich? Und pflegt zertifizierte Naturkosmetik ebenso gut? Immerhin muss Letztere auf hilfreiche Stoffe, wie erdölbasierte Emulgatoren verzichten, die Anwenderinnen und Anwendern zumeist ein angenehmes Hautgefühl garantieren.

Das Urteil der Testerinnen fällt klar aus: Zertifizierte Cremes können sich im Hinblick auf Pflege und Anwendung durchaus mit konventionellen messen.

Averde und Alterra: Gesichtscremes aus dem Drogeriemarkt schneiden gut ab

Und so landet auf dem ersten Platz tatsächlich eine konventionelle Gesichtscreme mit „wertvollen Inhaltsstoffen aus der Natur“, die mit einem Preis von 12 Euro für 100 Milliliter sogar zu den günstigeren zählt:

  1. Nivea Natural Balance Feuchtigkeitsspendende Tagespflege. Mit der Testnote 1,9 (Gut) siegt sie knapp vor gleich drei Produkten, die sich den zweiten Platz teilen.
  2. Alviana Feuchtigkeitsfluid Bio-Aloe Vera mit dem Qualitätsurteil 2,0 (Gut) für 11,70 Euro pro 100 Milliliter,
  3. dm Alverde Aqua 24h Hyaluron Hydro Cremegel Meeresalge für 5,70 pro 100 Milliliter und
  4. Rossmann Alterra Hydro Tagescreme Bio-Traube & Bio-Weisser Tee, die 6,60 pro 100 Milliliter kostet.

Alle drei Zweitplatzierten überzeugten in Hinblick auf kritische Duftstoffe und mikrobiologische Qualität mit dem Testurteil 1,0 (Sehr gut). Alle drei tragen übrigens das so genannte Natrue-Siegel.

Sein Label vergibt Natrue nur dann, wenn seine vorgegebenen Kriterien von mindestens 75 Prozent einer Kosmetiklinie erfüllt werden. Hierzu zählt auch, dass die entsprechenden Produkte nicht an Tieren getestet werden und keinerlei genveränderte Stoffe verwendet werden dürfen.

Auf den mittleren Plätzen, allesamt mit dem Qualitätsurteil gut landeten folgende Gesichtscremes: Hildegard Braukmann Professional Plus Balance Creme Fluid (25 Euro pro 100 Milliliter), Sante Erfrischende Feuchtigkeitspflege mit Hydro Effekt (16,90 Euro pro 100 Milliliter), Lavera Basis Sensitiv Feuchtigkeitscreme (16 Euro pro 100 Milliliter) und Weleda Iris Erfrischende Feuchtigkeitspflege (40 Euro pro 100 Milliliter).

Gesichtscremes von Lush und Provida Organics fallen im Labortest durch

Am Ende der Tabelle landen mit der Note 5,0 (Mangelhaft) nicht nur eine konventionelle Gesichtscreme, sondern auch eine mit Naturkosmetik-Siegel: Provida Organics Sensitive Care Jeunesse Day Cream für 35 Euro pro 100 Milliliter und Lush Skin Drink Gesichtscreme für 52 Euro pro 100 Milliliter. Sie versagten nach Angaben der Expertinnen und Experten im Labortest, bei dem sie nicht mit zugesetzten Keimen klarkamen.

„Natürlich“ bedeutet übrigens nicht, dass die Inhaltsstoffe entsprechender Cremes risikoärmer sind. Auch ätherische Öle etwa, betonen die Verbraucherexpertinnen und -experten, können Allergien auslösen. Gleichzeitig verzichten Pflegeprodukte mit Naturkosmetik-Siegel auf synthetische Stoffe, wie Konservierungsmittel, Farb- oder Duftstoffe. Auch Gentechnik ist bei Naturkosmetik in der Regel tabu.