Fehlermeldungen

Corona-Warn-App: Wie Sie die häufigsten Fehler beheben

Das sagt der Chaos Computer Club zur Kritik an der Corona-App

Wenn Menschen auf Facebook Datenschutz-Bedenken wegen der Corona-App vorbringen, ringt es CCC-Sprecher Linus Neumann ein Lächeln ab. Im Video äußert er sich zur Kritik an der App.

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Die Corona-Warn-App zeigt bei einigen Nutzern immer wieder Fehlermeldungen an. Oft sind diese jedoch schnell aus der Welt zu räumen.

Berlin. 
  • Die Download-Zahlen der Corona-Warn-App sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hoch
  • Bislang wurden laut Jens Spahn rund 300 Corona-Infektionen per Warn-App gemeldet
  • Doch die Anwendung für Android und iOS leidet an „Kinderkrankheiten“: Viele Nutzer erhalten Fehlermeldungen
  • Was sind die häufigsten Probleme mit der App? Und welche Tricks helfen, wenn die App nicht richtig funktioniert?

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lobt sie, die Download-Zahlen sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hoch, selbst der sonst sehr kritische Chaos Computer Club kann ihr etwas abgewinnen: Der Start der Corona-Warn-App in Deutschland verlief nahezu reibungslos.

Seit dem 22. Juni wurden nach Schätzungen der Entwickler-Plattform „Github“ bislang rund 282 Infektionen gemeldet (Stand 4. Juli). Etwas höher lag bereits am Freitag (3. Juli) die Schätzung von GesundheitsministerJens Spahn. „Wir gehen von rund 300 Infektionen aus, die bislang per App gemeldet wurden“, sagt er dem „Spiegel“ laut Vorabbericht.

Spahn bezog sich auf „die Zahl der Verschlüsselungscodes“, die von der zugehörigen Hotline ausgegeben wurden, um eine Corona-Infektion in der App einzutragen. „Mehr wissen wir aus Datenschutzgründen nicht“, betonte Spahn.

Gleichzeitig leidet die App für Android und iOS aber auch an Kinderkrankheiten. Dazu zählt zum Beispiel, dass der sogenannte Tageszähler der Software auf vielen iPhones verrückt spielte. Wir beleuchten die häufigsten Fehler der Corona-App und zeigen, wie man sie beheben kann.

Grundsätzlich gilt wie bei anderen IT-Problemen auch der Klassiker: Ein Neustart des Geräts kann in vielen Fällen schon wieder einen reibungslaufen Betrieb der Software ermöglichen. Es kann auch hilfreich sein, die App einfach zu löschen und neu zu installieren. Wichtig: Die gesammelten Kontaktprotokolle gehen laut Entwicklern nicht verloren, weil sie tiefer im Betriebssystem gesichert sind.

Fehler: „Corona-Warn“ in dieser Region möglicherweise nicht unterstützt

Vor allem diese Meldung dürfte manche Nutzer und Nutzerinnen in letzter Zeit irritiert haben: Die Kontaktmeldungen würden von der Corona-Warn-App „in dieser Region möglicherweise nicht unterstützt“, heißt es auf vielen iPhones. Die Funktionalität der App sei in diesen Fällen jedoch nicht beeinträchtigt, betonen die Entwickler.

So funktioniert die Corona-App
So funktioniert die Corona-App

„Es handelt sich um einen iOS-Fehler. Apple arbeitet bereits an einer Lösung, die voraussichtlich mit dem nächsten iOS-Update ausgeliefert wird“, heißt es seitens der Entwickler weiter.

Die Meldung sollten Nutzer mit „Ok“ bestätigen, die Kontakt-Ermittlung funktioniere danach ganz normal weiter. Wer sicher gehen will, dass die App nicht ausgebremst wird, kann den Herstellern zufolge in den Geräte-Einstellungen unter „Datenschutz“, „Health“ und „Covid-19-Kontaktprotokoll“ den Status überprüfen.

Fehler: Die App kommt mit dem Zählen der Tage nicht hinterher

Bei Tag 14 ist beim Tageszähler der Corona-App bei vielen Schluss. Bei iPhone-Nutzern tritt sogar der Fehler auf, dass die App beispielsweise angeblich 16 von 14 Tagen aktiv war. Erst mit einem Update lernt die App richtig zu zählen.

„Wir bitten Nutzer daher, die App mit der neuesten Version 1.0.3. zu aktualisieren. Danach ist es möglich, dass der Tagezähler wieder von vorn beginnt. Zurückliegende Kontakte sind aber weiterhin auf dem Gerät gespeichert und nicht verloren“, teilte ein SAP-Sprecher mit. Aktuell (Stand 5. Juli) ist für iPhones und für Android-Geräte die Version 1.0.4.

Etwas verwirrend bleibt die Anzeige „14 von 14 Tagen aktiv“. Sie soll darauf hinweisen, dass die App in den vergangenen zwei Wochen private Schlüssel von anderen Apps gesammelt hat und damit bei einer möglichen Covid19-Infektion von einer Kontaktperson warnen kann.

Der Zeitraum von zwei Wochen ist ungefähr die Zeit, in der sich Menschen unbemerkt anstecken und andere infizieren können. Der angezeigte Stand „14 Tage von 14 Tagen aktiv“ ist gewollt und bleibt daher erhalten. Das bestätigt auch der App-Herausgeber, das Robert Koch-Institut, auf die Anfrage von Nutzern im Google Play Store. „Dann funktioniert alles so, wie es soll. Die App sammelt immer die letzten 14 Tage Ihrer Kontakte. Alle älteren Kontakte sind für die Risikoermittlung nicht relevant und werden nach 14 Tagen gelöscht.“

CureVac und Co.: So läuft die Suche nach dem Corona-Impfstoff
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Fehler: URSACHE: 3. Etwas ist schief gelaufen. Fehler bei Kommunikation mit Google API

Dieser Fehler betrifft nur User des Google-Betriebssystems Android. Die Ursachen sind wohl vielfältig, schreibt das Fachmagazin „connect“. Hintergrund könnten zum Beispiel veraltete „Google Play Dienste“ oder „Google Mobile Services“ sein.

Daher sollte man überprüfen, ob diese zentralen Dienste auf dem neuesten Stand sind. Um das zu prüfen, gehen Sie in den Smartphone-Einstellungen unter „Apps & Benachrichtigungen“ auf „Google Play-Dienste“ und dann auf „Erweitert“. Sobald die „Google Play Dienste“ aktualisiert sind, sollten seitens Google auch die „Mobile Services“ auf den aktuellen Stand gebracht sein.

Fehler: Der Akkuverbrauch der Corona-App ist ungewöhnlich hoch

Einige Nutzerinnen und Nutzer von iPhones beklagen auf der Entwickler-Website „Github“, dass die Corona-Warn-App den Akku vergleichsweise schnell aufbraucht. Bislang können die Entwickler den hohen Verbrauch in Einzelfällen nicht nachvollziehen. Weil aber auch hier eine Programmierschnittstelle von Apple, kurz API, verantwortlich sein könnte, dürfte dieses Problem mit einem neuen Update gelöst werden.

Fehler: ENErrorDomain-Fehler 5 bzw. 11/13

Diese Fehler treten beim Öffnen der App auf, teilweise auch nachdem sie bereits einige Tage ohne Probleme gelaufen ist. Laut den Bug-Meldungen auf „GitHub“ sind vor alle Nutzer und Nutzerinnen der aktuellen iOS-Version 13.5.1 davon betroffen. Wie sie berichten, hilft auch eine Neuinstallation nicht.

Die Corona-Entwickler haben bislang noch keine genaue Erklärung für die Fehlermeldung. „Nach Angaben von Apple wurde die Ursache, die zu diesem Fehler führte, inzwischen behoben, sodass er in Zukunft nicht mehr vorkommen sollte. Falls der Fehler immer noch auftritt, bitten wir Sie um etwas Geduld, bis die Änderung auf Ihrem Gerät ankommt“, heißt es etwas wolkig auf der Website der Corona-App.

Meldung: Niedriges Risiko trotz mehrerer Risiko-Begegnungen

Die Meldung verwirrt derzeit einige User und Userinnen: Obwohl ihnen die App einige Risiko-Begegnungen anzeigt, bleibt der Status auf „Niedriges Risiko“ stehen. Dies hat den Grund, dass die App anhand von mehreren Faktoren das Infektions-Risiko abwägt. Es kann also durchaus sein, dass einem Nutzer Corona-Infizierten begegnet sind – nur sind sie ihm dann offenbar nicht zu nah gekommen oder es handelte sich nur um ganz flüchtige Begegnungen.

Gleichzeitig ist wohl ratsam: Wer Risiko-Begegnungen angezeigt bekommt und auch noch Symptome wie Fieber oder Halsschmerzen entwickelt, der sollte – zunächst telefonisch – Hilfe beim Hausarzt oder dem Gesundheitsamt suchen und gegebenenfalls einen Test machen. Lesen Sie hier: Corona-App: So funktioniert die App

Meldung: Protokoll mit erfassten zufälligen IDs während der letzten 24 Stunden 0-mal überprüft

Diese Fehlmeldung kann verwirren. Laut Entwicklern bedeutet sie allerdings nicht, dass die App fehlerhaft läuft. Sie informiert den Smartphone-Besitzer lediglich darüber, dass noch keine positiven Corona-Begegnungen vom Server zurückgemeldet wurden. Also: alles im grünen Bereich.

  • Für eine technische Fragen hat die Telekom eine kostenlose Hotline eingerichtet. Die Nummer lautet: 0800-7540001.
  • Nutzer und Nutzerinnen können dort von Montag bis Samstag zwischen 7 und 22 Uhr Fragen stellen. Derzeit ist das in den Sprachen Deutsch, Englisch und Türkisch möglich, weitere Sprachen wie Arabisch, Französisch und Russisch sollen folgen. Die Gesundheitsämter beantworten keine technischen Fragen zur App. (les/mahe)