Umfrage zum Internet

Zwölf Millionen Deutsche machen Falschangaben im Web

Laut Umfrage verschleiern viele Web-Surfer ihre Identität oder täuschen falsche Eigenschaften vor. Grund: zu viele Datenabfragen.

Hamburg. Fast jeder vierte Internet-Nutzer, der älter als 14 Jahre ist, hat online schon einmal falsche Angaben über sich gemacht. Das entspreche einer Zahl von zwölf Millionen Deutschen, ergab eine Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom. „Mit der Wahrheit nehmen es manche nicht allzu genau“, erklärte Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer am Dienstag. „Viele Web-Surfer verschleiern zuweilen ihre Identität oder täuschen falsche Eigenschaften vor. Dafür gibt es teils sehr verständliche Gründe.“

Besonders beliebt sei das Tricksen bei Name und Alter, geht aus der Studie weiter hervor. Von denen, die im Web schon einmal geflunkert hätten, habe jeder zweite diese Angaben manipuliert. Jeder dritte habe eine falsche Telefonnummer angegeben. Jeweils jeder vierte habe falsche Angaben zu seiner E-Mail-Adresse, seinem Einkommen und körperlichen Eigenschaften gemacht. Immerhin 14 Prozent der "Schwindler" würden sogar ein falsches Geschlecht angeben.

Die Gründe seien sehr unterschiedlich, erklärte Bitkom weiter. „In erster Linie sind Falschangaben eine Abwehrreaktion gegenüber den zahlreichen Datenabfragen im Internet“, so Prof. Scheer. 58 Prozent derjenigen, die falsche Angaben gemacht hätten, sei es suspekt, so viele persönliche Daten preiszugeben. Fast ebenso viele (48 Prozent) versuchten, unerwünschter Werbung zu entgehen. Doch es gebe auch User, die anderen bewusst etwas vorspielen würden. Jeder sechste, der im Netz gelogen hat, will sich der Umfrage zufolge „im Internet ausleben ohne negative Folgen“.

„Wie im richtigen Leben brauchen Internet-Nutzer ein gesundes Misstrauen“, resümiert Scheer. „Gerade weil man seinem Gegenüber nicht live ins Gesicht sieht, sollte man nicht alles preisgeben und nicht alles glauben.“ Der BITKOM-Präsident rät zudem, mit persönlichen Angaben im Internet sparsam umzugehen: „Internet-Surfer sollten bewusst entscheiden, wem sie welche Details preisgeben. Man muss nicht jedes weiße Feld ausfüllen.“

Bei vielen Diensten können Nutzer selbst bestimmen, wer ihre Kontaktdaten und andere persönliche Einträge sehen dürfe. Das gelte vor allem für Internet-Gemeinschaften (Communitys) wie Facebook, StudiVZ oder Xing. Bei Web-Shops und Infodiensten können oft die Einstellungen zu Werbung individuell geändert werden. „Die Möglichkeit, den Datenschutz selbst anzupassen, wird etwa von jedem Dritten nicht genutzt“, erklärt Scheer mit Blick auf eine weitere Umfrage des BITKOM.

Bei der Umfrage von Forsa im Auftrag des BITKOM wurden mehr als 1.000 Internet-Nutzer ab 14 Jahren in Deutschland befragt.