Wahlurnen aus Eiscreme-Boxen, Schnipsel als Wahlzettel: Bei der Vorwahl der Republikaner kam es zu kuriosen Szenen.

Bei Minus 20 Grad kämpften sich die Anhänger der republikanischen Partei in Iowa zu Kirchen und Gemeindesälen. Bei der ersten Vorwahl für die republikanische Präsidentschaftskandidatur, dem sogenannten „Iowa caucus“, stimmten mehr als die Hälfte von ihnen für den Ex-Präsidenten und Favoriten Donald Trump. Ein Schneesturm und die extreme Kälte konnte die meisten Republikaner entgegen Befürchtungen nicht davon abhalten zu wählen.

Doch wie Videos auf X, ehemals Twitter, zeigen, erwartete die Wähler an einigen Orten eine mindestens amateurhafte Organisation der Vorwahl. Das Video einer Journalistin von „Bloomberg News“ zeigt, wie Wahlhelfer im Städtchen Runnels Eiscreme-Boxen als Wahlurnen aufstellten. Gut lesbar: die jeweilige Geschmacksrichtungen des ehemaligen Inhalts.

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Vorwahl in Iowa: Papiertüten als Wahlurnen

In einem anderen Wahllokal funktionierten die Wahlhelfer eine einfache Papiertüte zur Wahlurne um. Einer von ihnen lief damit zwischen den Wählern umher und sammelte scheinbar ohne System Papierschnipsel ein, die laut dem Urheber des Videos als Stimmzettel genutzt wurden. Andere Bilder zeigen, dass Eimer und diverse Plastikbehälter als Urnen verwendet wurden.

„Die gleiche Gruppe von Menschen, die herumrennt und Wahlfälschung schreit, wählt mit einer gottverdammten Papiertüte“, kommentierte ein Nutzer das Video. Er bezieht sich damit auf den Vorwurf der Wahlfälschung, den die Anhänger von Donald Trump nach der verlorenen Präsidentschaftswahl 2020 bis heute immer wieder erheben. Bisher konnten dafür keine Beweise erbracht werden. Vor allem die damals verwendeten digitalen Wahlurnen waren Ziel vieler Verschwörungserzählungen.

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Wahlvorgang dürfte parteiinternen Regeln entsprochen haben

Für den Ablauf der Vorwahlen gelten die jeweiligen Regeln der Republikanischen oder Demokratischen Partei. Die erlauben ein relativ unformales Prozedere, bei dem es oft keine Wahlkabinen oder typische Wahlurnen gibt. Die Videos aus dem Netz könnten deshalb sogar regelkonformes Vorgehen zeigen.

Mehrere US-Fernsehsender erklärten Donald Trump am Montagabend (Ortszeit) schon gut 30 Minuten nach dem Start der Abstimmung zum Sieger. Die Entscheidung in Iowa fiel nicht in Wahllokalen, sondern bei kleinen Parteiversammlungen, sogenannten Caucus-Treffen. Die liefen noch, als Trumps Sieg bereits verkündet wurde. Den zweiten Platz – mit deutlichem Abstand hinter Trump – holte Floridas Gouverneur, Ron DeSantis. Die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, landete an dritter Stelle. Die beiden lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei.

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