"Helikopter-Affäre"

Lambrecht rechtfertigt sich: Habe wenig Zeit für meinen Sohn

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Jan Dörner
Deutsche Gepard-Panzer für die Ukraine

Deutsche Gepard-Panzer für die Ukraine

Nach massivem öffentlichen Druck gibt die Bundesregierung grünes Licht für die Lieferung von Panzern an die Ukraine. Kiew soll im Kampf gegen die russische Invasionsarmee mit ausgemusterten Bundeswehr-Panzern des Typs Gepard unterstützt werden.

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Nach der "Helikopter-Affäre" um ihren Sohn räumt Verteidigungsministerin Lambrecht indirekt Fehler ein – und bittet um Verständnis.

Berlin. Nach der Kritik an der Mitreise ihres Sohnes in einem Bundeswehr-Helikopter hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht indirekt Fehler eingeräumt. Die SPD-Politikerin äußerte "Verständnis" für die Kritik an dem Vorgang und kündigte an, berufliche und private Planungen künftig strikter zu trennen. Zugleich rechtfertigte Lambrecht die Mitreisen ihres 21-jährigen Sohnes auf Dienstterminen mit ihrer beruflichen Belastung.

Lambrecht sagte im ZDF: "Ich bin in einer Ministerin in einer Situation, in der ich sehr wenig Zeit habe für Privatleben und insbesondere für den Kontakt mit meinem Sohn." Sie bitte um Verständnis dafür, dass es ihr darum gegangen sei, "den Kontakt zum Kind weiter aufrecht zu halten". Die Ministerin räumte ein: "Vielleicht leitet das einen manchmal zu einer Entscheidung, die man im Nachhinein so nicht mehr treffen würde."

Lambrecht machte Ostern Urlaub auf Sylt

Lambrecht hatte über Ostern mit ihrem Sohn Urlaub auf Sylt gemacht und zuvor einen Truppenbesuch in Schleswig-Holstein absolviert. Dorthin war sie von Berlin aus mit einem Helikopter der Bundeswehr geflogen – mit an Bord war ihr Sohn. Im Anschluss an den Diensttermin reisten beide privat weiter. Lambrecht betonte, dass alles "rechtlich völlig korrekt" gelaufen sei und sie die Kosten für den Flug übernehme.

Es war laut Verteidigungsministerium die erste Mitreise des Sohnes seit Lambrechts Amtsübernahme. In ihrer Zeit als Justizministerin nahm sie den 21-Jährigen jedoch bereits mit auf sieben Dienstreisen nach Finnland, Liechtenstein, Portugal, Luxemburg, Frankreich, Tschechien und Slowenien. Die dafür entstandenen Kosten habe Lambrecht beglichen, teilte das Justizministerium mit. Der Flug kurz vor Ostern ist noch nicht bezahlt. "Die abschließende Kostenabrechnung wird derzeit erstellt", erklärte das Verteidigungsministerium.

Sohn veröffentlichte Fotos aus Bundeswehr-Helikopter auf Instagram

Für Aufsehen hatte auch gesorgt, dass Lambrechts Sohn ein Foto aus dem Innern des Helikopters auf Instagram veröffentlichte. Dies sei "unbedenklich", da der Hubschrauber "keine militärischen Sondereinrichtungen" habe, sagte ein Ministeriumssprecher.

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Die Union kritisiert die immer wieder unglücklich agierende Verteidigungsministerin scharf wegen des Vorgangs. Lambrecht fehle das "notwendige Amtsverständnis", sagte Vize-Fraktionschef Johann Wadephul unserer Redaktion. "Die Ministerin muss jetzt umfänglich für Transparenz sorgen und ihre Salamitaktik beenden." Es dürfe in der aktuellen Lage "keinen Zweifel an der Integrität" der Verteidigungsministerin geben.

Rückendeckung bekam Lambrecht von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): Dieser arbeite mit der Ministerin "eng und vertrauensvoll zusammen", sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Hoffmann.

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