TV-Triell

Wahlkampf-Debatte: So schlugen sich die Moderatorinnen

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Moderatorinnen Linda Zervakis (r.) und Claudia von Brauchitsch

Die Moderatorinnen Linda Zervakis (r.) und Claudia von Brauchitsch

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Linda Zervakis und Claudia von Brauchitsch machten manches anders als die Moderatoren der ersten Trielle. Dabei konnten sie punkten.

Berlin. "Meine Eltern waren Kioskbesitzer": Mit dieser persönlichen Anekdote leitet ProSieben-Moderatorin Linda Zervakis beim dritten TV-Triell vor der Bundestagswahl den Themenblock zur Klimakrise ein. Sie hat der Kandidatin Annalena Baerbock und den Kandidaten Olaf Scholz und Armin Laschet dazu etwas mitgebracht, nämlich ein altes "Mickey Maus"-Heft aus dem Jahr 1993 mit einem Extra zum Thema Naturschutz, Klima und Regenwald.

Sie habe sich bei der Vorbereitung auf die Debatte daran erinnert. Nun hält sie das Heft in die Kamera. 3,90 D-Mark hat es damals gekostet. Es ist Zervakis' Steilvorlage für das Klima-Thema - immerhin zeigt das Magazin, dass das Thema schon vor knapp 30 Jahren bekannt war, selbst Kindern, und Besorgnis erregt hat. Lesen Sie auch: TV-Triell: Wie funktionieren eigentlich Blitzumfragen?

TV-Triell: Linda Zervakis punktet beim Publikum

Für diesen Schachzug wird Zervakis bei Twitter gefeiert. Aber auch sonst erhält die frisch von der ARD zu ProSieben/Sat.1 gewechselte Moderatorin viel Anerkennung für ihre Moderation des Triells. Lesen Sie hier: Vor dem Triell: So ticken die Kanzlerkandidaten privat

Nach der scharfen Kritik an der Moderation des zweiten Triells durch Maybrit Illner und Oliver Köhr zeigten die Zuschauerinnen und Zuschauer sich euphorisch über die Art wie Brauchitsch und Zervakis, durch die politischen Themen lenkten.

TV-Debatte: Laschet über Klimaschutz

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet führt auf Zervakis' Frage hin aus, der damalige Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) habe das Klimaschutz-Abkommen von Rio de Janeiro mit angeschoben. Zervakis unterbricht, Töpfer habe dabei nicht immer die Unterstützung seiner Partei gehabt. Lesen Sie auch den Kommentar: TV-Triell: Warum es hier einen Überraschungssieger gab

Überhaupt lässt sich Zervakis nicht aus der Ruhe bringen. Auf Twitter fragen manche Nutzerinnen und Nutzer scherzhaft, ob am kommenden Sonntag (26. September) auch Linda Zervakis zur Wahl stehe. Lesen Sie mehr: Ergebnis des Wahlkampf-Triells: So hitzig war die Debatte

TV-Triell: Co-Moderatorin unterläuft Fehler

Weniger stark punktet Zervakis' Co-Moderatorin Claudia von Brauchitsch unter den Nutzerinnen und Nutzern in den sozialen Netzwerken. Im ersten Drittel der Sendung unterläuft ihr ein Fehler. Sie bilanziert die Redezeitanteile der Kandidatin und der Kandidaten: Scholz kommt bislang auf sieben Minuten, Baerbock auf 6:49, Laschet auf 9:25. Baerbock will daran anknüpfen und Laschet auf seine letzte Äußerung antworten. Auch interessant: Umfragen zum Triell: Wer ist Gewinner des Schlagabtausches?

Doch von Brauchitsch grätscht dazwischen: "Frau Baerbock, dann fassen Sie sich jetzt kürzer." Auf Twitter entbrennt daraufhin eine Debatte darüber, dass Annalena Baerbock an dieser Stelle wohl fälschlicherweise ermahnt worden sei - und von Brauchitsch räumt ihren Fehler später ein. Auch dafür wird ihr Respekt gezollt.

(mja)

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