Bundestagswahl

Triell im Ticker: So lief die letzte Debatte vor der Wahl

| Lesedauer: 10 Minuten
Blick in den Presseraum backstage beim Triell der Kanzlerkandidaten und der -kandidatin.

Blick in den Presseraum backstage beim Triell der Kanzlerkandidaten und der -kandidatin.

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Baerbock, Scholz und Laschet debattierten am Sonntagabend bei Prosieben und Sat.1. So lief das letzte Triell vor der Bundestagswahl.

  • Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock bewerben sich um die Nachfolge von Angela Merkel
  • Eine Woche vor der Bundestagswahl diskutierten die Grünen-Kanzlerkandidatin und die Kandidaten von Union und SPD im dritten und letzten TV-Triell
  • So lief der politische Dreikampf am Sonntagabend ab

Berlin. Nur noch eine Woche, dann ist der Tag der Bundestagswahl gekommen. Vorher maßen sich die zwei Kanzlerkandidaten von Union und SPD sowie die Kanzlerkandidatin der Grünen noch einmal inhaltlich bei einem Dreikampf im TV. Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet diskutierten am Sonntagabend im Studio von Prosieben, Sat.1 und Kabel Eins.

Die Ausgangssituation war spannender denn je: Sieben Tage vor der Wahl steht Olaf Scholz (SPD), aktueller Vizekanzler und Bundesfinanzminister, weiter wegen der Razzia in einer Abteilung seines Ministeriums in der Kritik. Armin Laschet, Kandidat der CDU und CSU steht dagegen wegen seiner für die Union miserablen Umfragewerte deutlich unter Druck - und wegen Vorwürfen, dass die Durchsuchung in Scholz' Ministerium politisch motiviert war. Auch Annalena Baerbocks Grüne haben über die letzten Wochen weiter an Zustimmung verloren, aktuell steht die Partei in Umfragen bei 15 oder 16 Prozent.

Sowohl Laschet als auch Baerbock versuchten deshalb schon in der vergangenen TV-Debatte Olaf Scholz, der mit den Sozialdemokraten gerade stärkste Kraft werden könnte, frontal anzugreifen. Laut Zuschauermeinung lag dieser am Ende des Triells aber doch vorne. Wird das auch dieses Mal so sein? Lesen Sie hier: Wahlkampf-Debatte: So schlugen sich die Moderatorinnen.

Dieser Liveticker zum Triell von Prosieben und Sat1 ist mittlerweile beendet.

Liveticker zum Triell: Triell endet pünktlich mit Abschlussstatements

21.45 Uhr: Pünktlich nach 90 Minuten endet das letzte Triell vor der Bundestagswahl. Die Grünen-Kandidatin und die Kandidaten von Union und SPD haben in ihren Abschlusstatements noch einmal kurz ihre Standpunkte zusammengefasst. Bei dieser TV-Debatte wurden wieder altbekannte Themenschwerpunkte gesetzt - um Rechtsextremismus und Digitalisierung ging es dagegen nur sehr kurz.

Wie sich Scholz, Baerbock und Laschet geschlagen haben, dürften im Laufe des Abends Zuschauerumfragen noch zeigen. Klar ist: Annalena Baerbock zeigte deutlich mehr Schlagfertigkeit und Angriffslust als in den zwei vorangegangenen Debatten. Scholz blieb bei seiner bisher gut laufenden Taktik: Immer mit der Ruhe. Laschet versuchte, Themen emotionaler zu besetzen und nicht nur den SPD-Kandidaten anzugreifen.

Kanzlerkandidaten äußern sich zu Koalitionsoptionen

21.39 Uhr: Kurz vor den Schlussstatements sollen die Kandidaten und die Kandidatin noch einmal Stellung zu möglichen Regierungsbündnissen nehmen. Laschet schließt, wenig überraschend, eine Koalition mit der Linken und der AfD aus. "Unter Demokraten schließe ich keine Gespräche aus", erklärt Baerbock. Sie will "bis zuletzt" für eine grün-geführte Regierung kämpfen.

Baerbock und Scholz erklären beide, dass es vielleicht nicht so schlecht wäre, wenn die Union in die Opposition geht. Und der SPD-Kanzlerkandidat sagt ganz offen, dass er am liebsten mit den Grünen regieren würden.

Baerbock spricht Scholz auf Razzia an

21.30 Uhr: Die Moderatorinnen beten Annalena Baerbock, Olaf Scholz eine Frage stellen. Die Grünen-Kanzlerkandidatin pickt sich das Thema Geldwäsche heraus und fragt den SPD-Politiker, warum sein Finanzministerium erst kürzlich durchsucht worden ist. Das Thema ist komplex, Scholz antwortet ruhig.

Dann fragt Laschet Baerbock ebenfalls danach: Baerbocks Grünen-Fraktion habe wegen der Razzia eine Sondersitzung des Deutschen Bundestages beantragt, um aufzuklären, weshalb das Ministerium durchsucht worden sei. "Was erwarten Sie davon?", fragt Laschet ausgerechnet Baerbock. Die kontert klar: "Ist das jetzt die Frage an Herrn Scholz?"

Keine neuen Positionen in puncto Corona-Pandemie

21.19 Uhr: Kein Triell im Jahr 2021 ohne eine Diskussion über die zukünftige Pandemie-Strategie, Impf- oder Testpflicht. Doch bei der Fragerunde zum Thema Corona geben sowohl die Kanzlerkandidatin als auch die -kandidaten gewohnte Positionen wieder.

Schulen und Kitas müssen im Herbst und Winter offen bleiben, eine Impfpflicht wird es laut allen dreien nicht geben. Aber generell sei es wichtig, dass sich mehr Menschen impfen lassen würden. Laschet rühmt die gerade abgeschlossene Impfaktionswoche. Dass in dieser Zeit die Zahl der einfach oder vollständig geimpften Personen nicht gerade stärker gewachsen ist, als in den Wochen davor, bleibt unerwähnt.

Baerbock wird beim Thema Klimaschutz angriffslustig

21.00 Uhr: Das zweite Thema, dass bei diesem Triell vertieft wird, ist die Klimakrise. Hier wird es konfrontativ: Annalena Baerbock, die als Grüne eine "Klimaregierung" anführen will, treibt Laschet und Scholz in die Enge. Auch in der Wortwahl wird sie angriffslustiger: Das Weiter-so der Herren, die jetzt so lange vor ihr geredet hätten, müsse jetzt enden. Diese Bundestagswahl sei eine Richtungswahl, so Baerbock.

Dass sowohl Union als auch SPD behaupten, sie würden die Pariser Klimaziele einhalten wollen, aber gleichzeitig keinen früheren Ausstieg aus der Kohle planen, gehe nicht zusammen, kritisiert die Grünen-Kanzlerkandidatin. An ihre beiden Kontrahenten gewandt fragt Baerbock, wie sie sich das vorstellen würden.

Laschet zieht sich darauf zurück, dass die Umweltbewegung an der Misere beim Klimaschutz schuld sei: Sie habe zu lange gegen die Kernenergie protestiert und nicht gegen die Kohle. Sonst hält sich der Unions-Kandidat zurück. Baerbock kontert hart: "Ich frage mich, was mit Ihnen eigentlich los ist, Herr Laschet!"

Blick auf die Redezeit - Irrtum der Moderatorin?

20.48 Uhr: Claudia von Brauchitsch wirft einen Blick auf die Redezeit von Kandidatin und Kandidaten. Scholz kommt bislang auf sieben Minuten, Baerbock auf 6:49, Laschet auf 9:25. Baerbock will daran anknüpfen und Laschet auf seine letzte Äußerung antworten. Doch von Brauchitsch grätscht dazwischen: "Frau Baerbock, dann fassen Sie sich jetzt kürzer." Die Moderatorin kann angesichts der soeben verlesenen Redeanteile aber eigentlich nur Armin Laschet gemeint haben. Die Ansage sorgt auch im Netz für Ärger. Von Brauchitsch korrigiert sich erst bei der übernächsten Anmoderation im nächsten Redeblock.

Kandidaten streiten über Hartz IV

20.47 Uhr: Laschet und Baerbock streiten über Hartz IV, den Moderatoren gelingt es nicht wirklich, einzuhaken. Der CDU-Kandidat macht seine Position mit den Worten deutlich: "Hartz IV ist kein Beruf." Laschet betont, dass die Union am "Fördern und Fordern"-Grundsatz festhalten will. In seinem Statement führt er aus, dass ohne "Fordern" bei Hartz IV der Wert von Arbeit geringgeschätzt werden würde.

Auch Olaf Scholz will mit seiner SPD das Hartz-IV-System grundlegend reformieren und die Regelsätze anheben. Denn: "Ein Leben in Würde kostet viel mehr", so der derzeitige Bundesfinanzminister.

Mindestlohn, Hartz IV, soziale Gerechtigkeit - darum geht es in der ersten Fragerunde

20.29 Uhr: Das Triell begann mit eher allgemeinen Fragen an Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet. Die drei können sich kurz präsentieren, dann geht es mit dem ersten Themenblock los: soziale Gerechtigkeit.

Die Fragerunde wird nach acht Minuten Sendezeit mit einem Einspieler zu der größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich eingeleitet. Das geht von der Redezeit der Kanzlerkandidaten und der -kandidatin ab. Danach verteidigen Scholz und Baerbock die Pläne für einen höheren Mindestlohn. Unions-Kandidat Laschet will das nicht, seiner Meinung nach sollen die Tarifparteien weiterhin die Löhne verhandeln.

Annalena Baerbock spricht sich in ihrem Statement ebenfalls für einen höheren Mindestlohn aus. Auch will sie mit einer Kindergrundsicherung dem Problem der Kinderarmut beikommen. Dass Laschet sich auf die Tarifverträge beruft, hält sie für einen Rückfall in die 90er-Jahre, da immer mehr Menschen nicht mehr gewerkschaftlich organisiert seien.

Unions-Kandidat Armin Laschet sagte zwar, Menschen mit niedrigsten Einkommen müssten besser gestellt werden. Er betonte, eine gute Politik müsse mehr Wachstum und Arbeitsplätze schaffen - "und dann den Unterschied zwischen denen, die viel verdienen und die wenig verdienen in der Mitte klein machen". Scholz sagte an die Adresse von Laschet: "Mir geht es um die Würde der Bürgerinnen und Bürger. Das ist vielleicht das, was uns unterscheidet."

Armin Laschet startet mit einem Versprecher ins Triell

20.22 Uhr: In seinem Eingangsstatement verhaspelt sich der Kanzlerkandidat von CDU und CSU: Er wolle, dass Deutschland ein "klimaneutrales Industrieland bleibe", erklärt Laschet. Da Deutschland noch gar nicht klimaneutral ist und dies wahrscheinlich eine der größten politischen Herausforderungen für die nächste Bundesregierung ist, fällt vielen Zuschauern der Versprecher gleich zu Triell-Beginn auf.

Schlagabtausch von Baerbock, Scholz und Laschet gestartet

20.15 Uhr: Die letzte TV-Debatte der drei Anwärter auf das Kanzleramt ist gestartet. Die Kandidaten und die Kandidatin werden von den Moderatorinnen Linda Zervakis und Claudia von Brauchitsch begrüßt. Hier können Sie das Triell im Livestream sehen.

Triell bei ProSieben im Livestream neu

Baerbock, Scholz und Laschet beim TV-Studio angekommen

19.40 Uhr: Die Kanzlerkandidatin und die Kanzlerkandidaten kommen so langsam beim Fernsehstudio an. Wie immer werden sie vorher lautstark von Anhängern begrüßt. Das dritte und letzte TV-Triell vor der Bundestagswahl am 26. September beginnt um 20.15 Uhr.

Nach Annalena Baerbock (Grüne) kam auch SPD-Kandidat Olaf Scholz zum Studio.

19.30 Uhr: Hier startet unser Liveticker zum Triell am Sonntagabend.

(bml/mit dpa)

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