Washington

Deckte ein Verleger die Affären Trumps?

US-Präsident soll während seiner Ehe mit Melania eine zweite Geliebte gehabt haben

Washington.  Als Ronan Farrow im Herbst schilderte, wie Hollywood-Mogul Harvey Weinstein 13 Frauen sexuell belästigt oder vergewaltigt haben soll, verneigten sich US-Medien vor der akribischen Arbeit des Reporters. Auch deshalb, weil Farrow, Sohn von Regisseur Woody Allen und der Schauspielerin Mia Farrow, das Dunkelfeld der Mitwisser ins Licht zerrte. Am Freitag ging der 30-Jährige erneut im Magazin „New Yorker“ zu Werke. Diesmal im Mittelpunkt: Donald Trump. Und ein Zeitungsverleger, der eine außereheliche Affäre des heutigen Präsidenten gedeckt haben soll.

Wie bei Porno-Star Stephanie Clifford (alias Stormy Daniels) liegt der Fall Karen McDougal über zehn Jahre zurück. Trump war bereits verheiratet mit der heutigen First Lady Melania Trump und Vater des gemeinsamen Sohnes Barron, als er im Juni 2006 in der Villa von Playboy-Gründer Hugh Hefner das in den 90er Jahren erfolgreiche Playmate kennenlernte. Später kam es in einem Hotel in Beverly Hills zum ersten Sex, schreibt Farrow unter Berufung auf die heute 46-Jährige. Aus dem Seitensprung wurde eine neunmonatige Beziehung. Dann bekam das Model Gewissensbisse und konnte „nicht mehr in den Spiegel schauen“.

Pikant: Laut Farrow liefen Trumps Affären mit Stormy Daniels und Karen McDougal zeitweise parallel. Wie im Fall Daniels blieb Trumps Umtriebigkeit lange Zeit unter der Decke. Bis das „Wall Street Journal“ vor der Wahl 2016 meldete: American Media Inc., die Firma von „National Enquirer“-Boss und Trump-Intimus David Pecker, zahlte McDougal 150.000 Dollar. Als Gegenleistung musste sich die Schönheit verpflichten, über Affären mit verheirateten Männern zu schweigen. Pecker kaufte die für Trump brisante Geschichte, um sie zu beerdigen, so Farrow.

American Media Inc. kontert die Vorwürfe. Das Geld an McDougal sei als Gegenleistung für eine Fitness-Kolumne geflossen. Das Weiße Haus erklärt: Alles Fake News. McDougal, die sich nach gesundheitlichen Problemen vor einem Jahr Brust-Implantate entfernen ließ und eine späte Religiosität an sich entdeckte, fürchtet nach ihrem durch die „#meToo“-Bewegung inspirierten Gang an die Öffentlichkeit Unannehmlichkeiten seitens Trump/Pecker. Aber: „Jede Frau, die sich Gehör verschafft, ebnet den Weg für die nächste“.