Seggau

Strache denkt an Ausgangssperre für Flüchtlinge

Seggau.  Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ hat umstrittene Aussagen zur Verschärfung bei der Unterbringung von Asylbewerbern relativiert. Quartiere für Flüchtlinge in leerstehenden Kasernen seien derzeit kein Thema, sagte der FPÖ-Chef Strache am Freitag nach der Regierungsklausur im steirischen Schloss Seggau. „Es sind keine Massenquartiere geplant“, sagte er. Auch Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) sagte: „Es ist in meinem Ressort im Moment kein Thema.“

Die neue Regierung aus Konservativen und Rechtspopulisten verfolgt laut Strache vielmehr das Ziel, illegale Migration zur Gänze zu stoppen.

Strache hatte Donnerstagabend in einem Interview mit dem ORF davon gesprochen, Flüchtlinge theoretisch in Kasernen unterzubringen. Auch eine Ausgangssperre für Flüchtlinge am Abend und nachts hielt er für denkbar - ohne Details zu nennen. „Es braucht Ordnung, so lange es ein offenes Asylverfahren gibt“, sagte Strache.

Österreichs Regierung hat zudem die Kürzung der Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder beschlossen. Die Einsparungen sollen über 100 Millionen Euro betragen. Im Jahr 2016 gingen 273 Millionen Euro Familienbeihilfe an im Ausland lebende Kinder. Der größte Anteil wurde nach Ungarn ausgezahlt. In Österreich wurden in der Zeit 4,4 Milliarden Euro der Sozialleistung ausgeschüttet. Für ein Kind werden im Durchschnitt rund 150 Euro pro Monat bezahlt.

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