Gipfel in Hamburg

Armut als Thema für G20? Donald Trump hört einfach weg

Gipfel-Irritationen zwischen Kanadas Premier Justin Trudeau, Kanzlerin Angela Merkel, Präsident Donald Trump und Premier Paolo Gentiloni

Gipfel-Irritationen zwischen Kanadas Premier Justin Trudeau, Kanzlerin Angela Merkel, Präsident Donald Trump und Premier Paolo Gentiloni

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Erneut brüskiert der US-Präsident seine Gipfel-Kollegen. Ein Video zeigt, wie Donald Trump die Übersetzungs-Kopfhörer verschmäht.

Hamburg. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte es in klaren Worten angekündigt: Beim G20-Gipfel in Hamburg (7. und 8. Juli) gehe es vor allem um die Globalisierung, Frauenrechte, Gesundheit und weitere drängende Themen, wie sie in ihrer Videobotschaft auch für das Hamburger Abendblatt deutlich machte. Sie wolle auch den Kritikern ein Ohr schenken, sagte die Kanzlerin und bezog sich vor allem auf das Global Citizen Festival mit den Konzerten von Coldplay, Herbert Grönemeyer und Ellie Goulding am Abend vor dem Gipfel in der Barclaycard Arena.

Doch Globalisierung, Frauenrechte und Gesundheit ist so ziemlich genau das, wogegen sich US-Präsident Donald J. Trump gerade mit aller politischen Macht sträubt. So ignorierte Trump auch jettz beim G7-Gipfel in Taormina die Worte von Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni – eine weitere Geste von Trumps robuster Geringschätzung und Flegelhaftigkeit. Wie im offiziellen Video des Palazzo Chigi auf Twitter zu sehen ist, hielt Trump es nicht für nötig, sich die Kopfhörer für die Übersetzung aufzusetzen, als Gentiloni nach einer kurzen Einführung auf Englisch ins Italienische wechselte. Von Minute elf an im Video ist das am besten zu beobachten.

Im Video: So ignoriert Donald Trump seine Gipfel-Kollegen

Als Gipfel-Gastgeber Gentiloni sprach, hatte bereits die Runde gemacht, dass Trump schon mit Verspätung zu der Sitzung erschienen war. Gentiloni sprach sich in Taormina dafür aus, beim G20-Gipfel in Hamburg die Beziehungen mit Afrika ins Zentrum zu stellen. Das rührt vor allem daher, dass Italien ist von Flüchtlingen aus Afrika besonders betroffen ist. Eigentlich wollte Italien bei dem Spitzentreffen eine gemeinsame Erklärung zu den positiven Aspekten der Zuwanderung und einer besseren Bewältigung der Flüchtlingskrise verabschieden. Aber die US-Unterhändler blockierten das Vorhaben.

US-Präsident Trump hat den Kampf gegen den Terrorismus als das wichtigste Thema des G7-Gipfels auf Sizilien dargestellt. Bei den Diskussionen gehe es um viele sehr wichtige Themen, schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter. „Der Terrorismus steht ganz oben auf der Liste.“

Die Europäer unter den G7-Mitgliedern halten dagegen den Klimaschutz und die Migration für die dringendsten Anliegen. In diesen Punkten gibt es aber schwere Differenzen mit den USA, die sich bei dem Gipfel nicht überbrücken ließen.

Hamburg: Exklusiver Einblick ins US-Generalkonsulat

In der Abschlusserklärung des Spitzentreffens wurde laut Diplomatenkreisen deutlich gemacht, dass sich die US-Regierung nicht klar zum Pariser Klimaabkommen bekennen.

Dennoch machte Trump auch auf "Bella Figura". So postete er ein Familienbild bei Twitter, das ganz auf Harmonie getrimmt war.