Berlin

Ein sicherer Job und viel Zeit für Kinder und Familie

Berlin. Sie wollen einen interessanten Job und einen sicheren Arbeitsvertrag – aber auch genug Zeit für Familie und Kinder. Wer junge Deutsche nach ihrem Wunschmodell für die Zukunft fragt, bekommt sehr klare Antworten: Während eine steile Karriere den meisten weniger wichtig ist, stehen Sicherheit und Vereinbarkeit von Job und Familie ganz oben auf der Wunschliste. Wie die aktuelle Shell Jugendstudie zeigt, ist eine gelungene Mischung aus Arbeit und Privatleben den meisten wichtiger als Geld und Erfolg.

Rund 2500 junge Deutsche zwischen zwölf und 25 Jahren wurden für die Studie befragt. Über 90 Prozent finden, dass Familie und Kinder gegenüber der Arbeit nicht zu kurz kommen dürfen. Für die überwiegende Mehrheit ist es wichtig, dass sie ihre Arbeitszeit kurzfristig an ihre Bedürfnisse anpassen können. Drei Viertel möchten in Teilzeit arbeiten können, sobald sie Kinder haben.

Gleichzeitig ist den Jugendlichen klar, dass es nicht leicht wird, diese Wünsche im Berufsleben einzulösen. Die Hälfte hält die „Work-Life-Balance“ für schwer erreichbar, viele ahnen, dass ihnen der Job wenig Zeit für die Familie lassen wird. Die Autoren der Studie vermuten, dass sich die Sorge um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch auf den Kinderwunsch auswirkt. Im Vergleich zur letzten Shell-Studie von 2010 ist die Zahl der Jugendlichen, die sich Kinder wünschen, um fünf Prozent auf heute 64 Prozent zurückgegangen. Bei Jungen und jungen Männern ist dieser Trend sogar noch stärker als bei Mädchen und jungen Frauen.

Auch die soziale Herkunft spielt beim Kinderwunsch eine Rolle. Während drei Viertel der Jugendlichen aus der oberen Schicht angeben, sich Kinder zu wünschen, waren es in der unteren Schicht nur etwas mehr als die Hälfte.

Insgesamt aber bleibt die Familie für Jugendliche und junge Erwachsen weiterhin ein wichtiger Anker im Leben: Mehr als 90 Prozent der Jungen und Mädchen pflegen ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Fast drei Viertel würden ihre Kinder ungefähr so oder genauso erziehen, wie sie selbst erzogen wurden. Ein Wert, der seit 2002 stetig zugenommen hat.