Washington/Moskau

USA und Russland sprechen über Strategie im Syrien-Konflikt

Washington/Moskau. Die USA und Russland scheinen ihre Militärstrategien im syrischen Bürgerkrieg abzugleichen. In einem ersten direkten Gespräch der Verteidigungsminister beider Länder seit mehr als einem Jahr vereinbarten Ashton Carter und Sergej Schoigu am Freitag Maßnahmen zur Lösung des Konflikts sowie, den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) näher zu erörtern.

Das Telefonat habe rund 50 Minuten gedauert, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Schoigus Ressort in Moskau erklärte laut der Nachrichtenagentur RIA, bei den meisten Themen hätten sich gemeinsame Interessen gezeigt. Unmittelbar zuvor hatte Russland nicht ausgeschlossen, mit Bodentruppen auf der Seite von Präsident Baschar al-Assad in den syrischen Bürgerkrieg einzugreifen. Die USA lehnen die russische Unterstützung Assads ab, hatten sich zuletzt aber offen für militärtaktische Gespräche mit Moskau gezeigt. Zudem signalisierte Washington, ein russischer Beitrag zum Kampf gegen den IS würde begrüßt. Auch Deutschland vertritt diese Linie. „Wir würden uns wünschen, dass Russland sich in einem abgestimmten Format am Kampf gegen IS beteiligt“, erklärte das Auswärtige Amt.