Warschau/Athen

Frontex: Neuer Flüchtlingsrekord in Griechenland

49.550 Migranten kamen im Juli: vor allem auf dem riskanten Weg über das Mittelmehr

Warschau/Athen.  Die Zahl der über das Mittelmeer in Griechenland eingetroffenen Flüchtlinge hat im Juli eine neue Rekordhöhe erreicht. Wie die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Freitag in Warschau mitteilte, kamen mindestens 49.550 Migranten in Griechenland an. Damit seien in einem Monat so viele Menschen über Griechenland in die EU gekommen wie im gesamten vergangenen Jahr, hieß es in einer in Warschau veröffentlichten Mitteilung. Durch die Ägäis führen Routen, über die Schleuser Migranten nach Europa bringen.

Sein Land benötige die Hilfe der EU-Partner, sagte Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras am Freitag nach einem Treffen mit den zuständigen Ministern. „Jetzt wird sich zeigen, ob die EU eine EU der Solidarität ist oder eine EU, in der jeder nur versucht, seine Grenzen zu schützen.“

Der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) für Griechenland, Giorgos Tsarbopoulos, sprach von einer dramatischen Lage. Insgesamt wurden laut Frontex bis Ende Juli fast 130.500 Migranten an den Außengrenzen Griechenlands entdeckt – fünfmal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der überwiegende Teil kam aus Syrien und Afghanistan, auch der Anteil pakistanischer Migranten sei gestiegen. Sie hätten auf kleinen Booten über die Türkei die Inseln Lesbos, Chios, Kos und Samos angesteuert. Frontex appellierte an die EU-Staaten, die Grenzschutzmission mit mehr Schiffen und Personal zu unterstützen. Die hohe Zahl von Flüchtlingen unterstreiche, wie notwendig die Frontex-Unterstützung für Griechenland im Rahmen der Poseidon-Mission sei, sagte der stellvertretende Frontex-Direktor Gil Arias Fernandez.