Paris

Rassismus und Ausgrenzung sind Alltag im Vielvölkerstaat

Paris.  In Frankreich haben im vergangenen Jahr knapp 65.000 Menschen Asyl beantragt. Damit ist die Zahl nach Jahren des Anstiegs im Vorjahresvergleich leicht zurückgegangen. Dennoch verzeichnet das Land doppelt so viele Asylanträge wie 2007. Dadurch hat sich die Bearbeitungszeit auf etwa zwei Jahre verlängert. Eine Reform soll die Verfahren beschleunigen und auf rund neun Monate begrenzen.

Viele Flüchtlinge nutzen Frankreich nur als Transitland, etwa weil sie nach Großbritannien wollen. Sie erhoffen sich dort einfachere Bedingungen bei der Arbeitssuche oder beim Asylantrag. Rassismus und Ausgrenzung sind Alltag im Vielvölkerstaat Frankreich. Die Zahl der Übergriffe etwa gegen Muslime oder Juden ist jeweils stark gestiegen. Die rechtsextreme Front National erzielte mit ihren Vorbehalten gegen Ausländer, Muslime oder Europa reihenweise Wahlerfolge und landete zwischen 20 und 30 Prozent, teils deutlich vor republikanisch verwurzelten Parteien von rechts und links.