Athen/Brüssel

Verhandlungen über Hilfspaket verzögern sich

Athen/Brüssel.  Nach der Billigung von zwei Reform- und Sparpaketen durch das Parlament bereitet sich die griechische Regierung auf die Verhandlungen über neue Finanzhilfen vor. Wann die Gespräche genau beginnen werden, war am Freitag unklar.

In griechischen Regierungskreisen hatte es zuvor geheißen, dass die Experten der europäischen Geldgeber am Freitag in Athen erwartet würden und die Gespräche am Wochenende beginnen sollten. Unklarheiten gibt es noch in Bezug auf die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei den Verhandlungen. Die griechische Regierungssprecherin Olga Gerovasili sagte: „Der IWF ist der schwierigste und härteste Verhandlungspartner.“ In Brüssel hieß es hinter vorgehaltener Hand, derzeit seien noch logistische Fragen zu klären – wie etwa, wo die Gespräche genau stattfinden sollen.

Am Freitagabend veröffentlichte das griechische Finanzministerium einen Brief der griechischen Finanzministers Euklid Tsakalotos an den IWF. Darin beantragt Athen einen neuen dreijährigen Kredit, dessen Umfang nicht genannt wurde. Griechenland ist mit über 300 Milliarden Euro verschuldet und trägt – gemessen an der Wirtschaftsleistung – die EU-weit höchste Schuldenlast. Im Raum steht ein drittes Hilfsprogramm, das bis zu 86 Milliarden Euro umfassen und sich über drei Jahre erstrecken soll.

IWF-Sprecher Gerry Rice hatte am Donnerstag erklärt, die Modalitäten für die Verhandlungen seien noch nicht entschieden. Die griechische Regierung habe bis dahin an den IWF noch keinen Antrag für ein neues Hilfsprogramm gestellt. Dieser sei aber notwendig. Das „Handelsblatt“ hatte unter Berufung auf das Umfeld der Institutionen berichtet, die Athener Regierung habe den IWF lediglich eingeladen, mit über das neue Rettungsprogramm zu verhandeln. Das Hilfsprogramm des IWF läuft bis März 2016. Laut Beschluss des Euro-Gipfels von Mitte Juli muss das Land aber auch darüber hinaus Hilfen beim IWF beantragen.